Ab in virtuelle Welten - Teil II

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Faszination Erde: Das Modell von Prof. Dr. Bunge (LMU), visualisiert in Kooperation mit dem V2C des LRZ Erdgeschichte und die Entstehung der Kontinente und ist in Mozilla Hubs zu bestaunen.

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) breitet sich weiter in den virtuellen Welten aus. Für die internationale Supercomputing-Messe SC21 sowie für das Hi!A! Festival, das noch bis Ende 2021 Forschungs- und Kunstprojekte online und in ganz Bayern präsentiert, haben die Spezialist:innen des Zentrums für Virtuelle Realität und Visualisierung (V2C) am LRZ weitere Räume in den Mozilla Hubs aufgebaut und präsentieren dort spannende Forschungsergebnisse online. Mit Notebook oder Smartphone, gerne auch mit einer speziellen Brille für Virtual Reality (VR) lassen sich hier aktuelle Projekte, Innovative Wissenschaft, aber auch der SuperMUC-NG sowie zukünftige Technikvorhaben erkunden.

Kunst, Naturwissenschaft und Technik präsentieren

Neben dem bayerischen Kunstschatz Bavarikon, für den gerade Gemälde, Skulpturen und andere Kunstgegenstände digitalisiert werden, beschäftigen sich die neuen Räume vor allem mit Natur- und Umweltwissenschaften sowie Medizin: Für das europäische Exzellenzcluster CompBioMed (https://www.compbiomed.eu/), ein Partner des LRZ, entwickeln Forschende in ganz Europa Techniken und Algorithmen zur Digitalisierung von Behandlungsmethoden und zur Beschleunigung der Suche nach neuen Arzneimitteln. Vor allem aber wollen sie mit Hilfe von Supercomputern den Virtual Human oder einen digitalen Zwilling des Menschen aufbauen. In dieser Aufgabe ist CompBioMed einen großen Schritt weitergekommen: Mit Hilfe des V2C wurde jetzt der Blutfluss im menschlichen Unterarm visualisiert, nebenbei entstanden Software und Programme, mit denen die Durchblutung weiterer Organe und Körperteile einfacher und schneller veranschaulicht werden können. Schon brüten die High Performance Computing- oder HPC- und Visualisierungsexpert:innen über der Darstellung der Blutströme im Gehirn. Diese Arbeit kann in den Mozilla Hubs jetzt multimedial in Bild, Ton und Texten erlebt und besichtigt werden.

Ebenso lebendig und schnell nachvollziehbar können Besucher:innen der LRZ-Mozilla Hubs das Entstehen der Erde und der Kontinente nachvollziehen: Der Geophysiker Prof. Dr. Hans-Peter Bunge von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hat ein Modell aufgebaut, das die Konvektionsströme tief im Inneren der Erde zeigt und wie der Wechsel zwischen aufsteigenden heißen und abgekühltem Magma die Erdplatten formten. Übertragen in die virtuellen Welten kann jetzt jede:r selbst ins Erinnere abtauchen.

MOOSAIk wiederum ist ein Projekt, das mit Hilfe von Augmented und Virtual Reality (AR/VR) über ökologische Zusammenhänge in der Umwelt informieren will. Wer den dafür geschaffenen Raum in den Mozilla Hubs des LRZ aufsucht, der wird mit Vogelzwitschern begrüßt und kann Tier- und Pflanzenwelt einer Mooslandschaft kennenlernen. Eher technisch wird es bei SuperMUC-NG: Über die Schränke und Racks des Garchinger Supercomputers zu fliegen, ist ein Erlebnis. Wer mehr über die Weiterentwicklung von SuperMUC-NG und seine Phase 2 wissen will, kann hier lesen, wie smarte Technik und Künstliche Intelligenz, vor allem aber Quantencomputing das HPC verändern werden. Die Zukunft der Computertechnik hat schon begonnen.

Virtuell mit allen Sinnen erleben

Mozilla baute seine virtuelle Welt, die Hubs-Plattform, bereits 2018 auf. Start-ups, Unternehmen oder Spielehersteller wie Linden Lab, Facebook, VR-Chat, Open Simulator oder Vircadia arbeiten ebenfalls an ähnlichen VR-Welten. Facebook gibt gerade mit Meta Gas und will mit Hilfe neuer VR-Brillen die Nutzung von virtuellen Welten jetzt weiter beschleunigen und nach vorne bringen. Die Plattform von Mozilla ist im Gegensatz zu Meta aber offen, datenfreundlich und ohne persönlichen Account zugänglich, sie fordert außerdem keine weitere Hard- oder Software, um die dortigen Welten zu besuchen oder daran weiter zu bauen. Mit Spoke bietet Mozilla trotzdem ein quelloffenes Programm für das Design von Räumen und Interieur. Alles gute Gründe, warum das LRZ auf diese virtuelle Welt baut.

Corona oder besser die pandemiebedingten Schließungen haben Institutionen wie das LRZ 2020 in die virtuellen Welten gebracht. Das akademische Rechenzentrum hat in den Mozilla Hubs 2020 nicht nur Räume für Forschungsprojekte aufgebaut, sondern auch einen Weihnachtsmarkt und einen Biergarten. Die laden jetzt zum Angucken ein und bieten sich noch als innovativer Online-Treffpunkte an: Wer will, kann sich über den entsprechenden Link mit Freunden verabreden und hier online diskutieren und reden. Finden sich gleichzeitig mehr Gruppen hier ein, kommt echtes Gemeinschaftsgefühl auf, weil deren Gespräche eine lebensechte Geräuschkulisse ergeben. Es ist also kein Wunder, warum das LRZ auf virtuelle Welten setzt: Sie lassen über Forschung und Technik staunen und bieten außerdem die Möglichkeit, sich mit anderen Menschen zu treffen – eine gute Plattform, um Präsenz- und Online-Angebote zu ergänzen und virtuell zu erweitern.

Lust auf einen Rundgang?

Sie haben mehrere Möglichkeiten, die virtuellen Welten des LRZ zu betreten: Durch die sechseckige Lobby für die SC21 kommen Sie zu vielen Räumen, in denen Forschungsprojekte präsentiert werden. Inzwischen gibt es noch einen weiteren Eingang – grüner, mit Treppen und Dschungelfeeling. Von hier erreichen Sie vor allem naturwissenschaftliche Projekträume: Die Lobby für Hi!A

Lobby

SuperMUC-NG ist ebenfalls in den Mozilla Hubs auferstanden. Einmal über die Anlage oder besser durch die Gassen zwischen den Rechnerschränken fliegen, die im normalen Alltag so heiß wie eine Sauna werden können.

SuperMUCNG

Kunst gefällig? Dann bei Bavarikon vorbeischauen und Kulturschätze aus Bayern entdecken.

Kunst

Noch mehr Kunst und viele Details aus dem Barock auf Deckengemälden entdecken ermöglicht das Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland (CbDD). Das Projekt ist ebenfalls mit zwei Räumen bei Mozilla Hubs vertreten: der Kaisersaal der neuen Residenz Bamberg  (s.u.) und mit dem Lusthaus

Kaisersaal

Jetzt erstmal Pause: Ein Bier trinken und mit Freunden über das Gesehene plaudern – dazu lädt der LRZ-Biergarten ein.

Biergarten

Weiter geht die Entdeckungsreise in den Mozilla Hubs – Virtual Human zeigt, wie der digitale Zwilling die Medizin der Zukunft vorbereitet

VirtualHuman

In der Biosphäre von MOSAAIK lassen Kibitze aufhören und wollen Kräuter und Blüten entdeckt.

Umwelt2

Weiter geht es mitten hinein ins Erdinnere, zu den heißen Magmaströmungen, um Erdgeschichte im Schnelldurchgang zu erleben (s.o)

Beinahe am Ende der Tour ankommen: Zum Schluss noch einen Gang über den stimmungsvollen LRZ-Weihnachtsmarkt mit den hübschen Hütten. Am Weihnachtsbaum brennen schon die Lichter

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