Die Testphase erfolgreich absolviert: Seit August können Forschende und Unternehmen aus Deutschland und Europa Rechenzeit an Euro-Q-Exa beantragen. Dieser Quantencomputer basiert auf der supraleitenden Radiance-Technologie von IQM Quantum Computers, bietet zurzeit 54 Qubits und wird noch mit High-Performance Computing- oder HPC-Systemen am LRZ verbunden. Mittelfristig wird Euro-Q-Exa auf bis zu 150 Qubits erweitert.
Für die Integration in Hoch- und Höchstleistungscomputer entwickelt, minimiert Euro-Q-Exa Latenz und maximiert Rechenleistung insbesondere in hybriden Workflows. Der Computer bietet abstimmbare Koppler und High-Fidelity-Gates, die eine Gittertopologie ermöglichen. Er ist für die Ausführung groß angelegter Algorithmen optimiert und wird durch einen Kryostaten auf unter -273 Grad Celsius gekühlt, um die empfindlichen Recheneinheiten zu stabilisieren und nutzbar zu machen. Mit dieser Architektur testet Euro-Q-Exa schon heute die Grenzen des klassischen HPC: Die Ergebnisse von Quantensystemen mit mehr als 50 Qubits lassen sich nicht mehr vollständig mit klassischem HPC nachvollziehen, weil das Arbeitsspeicher überfordert; in der Experimentierphase von Euro-Q-Exa zeigte sich zudem, dass Quanten-Algorithmen HPC-Anwendungen anreichern und diese verbessern können.
Forschende an Universitäten oder Instituten sowie Unternehmen können kostenlos Rechenzeit von Euro-Q-Exa-System beantragen. In Deutschland geht das Kurzkonzept über das geplante Forschungsvorhaben direkt ans LRZ und wird dort von ausgewählten Wissenschaftlerinnen sowie von Mitgliedern des LRZ-Quantencomputing-Teams begutachtet. Forschende und Unternehmen aus Europa erhalten Zugriff auf Euro-Q-Exa durch einen Antrag bei EuroHPC JU. Stand Mitte August arbeiten bereits mehr als 26 Teams aus unterschiedlichsten Fachrichtungen mit dem Quantencomputer.