Vor Kurzem kamen am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) rund 800 Kilogramm sorgfältig verpackte Technik an – unter anderem ein spezialisierter Server-Schrank, ein Lasersystem sowie ein Computerrack. Absender der Fracht war planqc. Das Garchinger Startup entwickelt Quantentechnologien auf Basis neutraler Atome – und für das LRZ einen universell programmierbaren Quantencomputer mit rund 1.000 Qubits, der 2027 im Quantum Integration Centre (QIC) des LRZ installiert werden soll.
Bei diesem Ansatz sind die Qubits oder Recheneinheiten einzelne Atome – etwa von Strontium. Laser fangen sie ein, steuern und verschränken sie miteinander. Der Quantencomputer läuft bei Raumtemperatur, energiesparend ohne Kryostat und Kühlung nahe dem absoluten Nullpunkt.
Doch Lasertechnik reagiert ähnlich sensibel auf Geräusche, Luftfeuchtigkeit, Schwingungen und weitere Einflüsse aus der Umgebung wie später der innovative Quantenprozessor. Deshalb konstruierte planqc einen Serverschrank, der all diese unerwünschten Belastungsfaktoren abschirmt. Das mitgelieferte Computersystem beobachtet und kontrolliert die Lasertechnik und später auch den Quantencomputer.
Inzwischen hat die Lieferung ihren Platz im Reinraum-Labor des QIC gefunden. Sie wurde an die Infrastruktur des LRZ angeschlossen und wird nun auf Herz und Nieren getestet, ausgereizt und mit verschiedenen Referenzwerten weiter erkundet: So stellen die Spezialistinnen und Spezialisten von planqc und LRZ sicher, dass auch der universelle Quantencomputer schnell im LRZ heimisch wird und für die Forschung rechnen kann.
Bildnachweis: © LRZ | Tobias Guggemos