Scannen mit dem Großformatscanner Contex SD4490

Der Großformatscanner eignet sich zum Digitalisieren von Vorlagen bis zu einer Breite von 1118 mm (einiges größer als die Breite von A0). Die optische Auflösung beträgt 47 Pixel/mm bzw. 1200 ppi bei einer Farbtiefe bis zu 24 Bit. Gedacht ist er insbesondere zum Erfassen von technischen Zeichnungen mit anschließender Vektorisierung sowie für Vorlagen, die über das Format A3 hinausgehen.


Wenn Sie keine oder wenig Erfahrung mit dem Scannen haben, empfehlen wir Ihnen dringend unsere

"Tipps zum Scannen".


1. Der Scanner-Arbeitsplatz

-

Der Scanner-Arbeitsplatz besteht aus dem Großformat-Scanner Contex SD4490 mit 44" = 1118 mm Erfassungsbreite und einem Windows-PC, die über eine schnelle Firewire-Schnittstelle verbunden sind.

Er befindet sich im Raum Raum I.E.070 (Scanner-Arbeitsplätze).

Benutzern wird empfohlen, den Scanner-Arbeitsplatz etwa eine Woche im voraus für die Dauer der benötigten Zeit reservieren zu lassen. Wenden Sie sich dazu an die LRZ-Hotline.

Für empfindliche Vorlagen können Sie ebenfalls über die LRZ-Hotline Schutzhüllen ausleihen:
45 cm x 62 cm (etwas größer als A2) und 93 cm x 123 cm (etwas größer als A0).
(Die Schutzhüllen befindet sich in einem Schrank.)

Einschalten des Scanners:

Der Haupt-Ein-/Aus-Schalter des Scanners befindet sich an der Rückseite rechts (etwa da, wo das Kabel für die Stromversorgung hinführt). Auf der Schaltfläche rechts am Scanners befindet sich noch ein weiterer Schalter. Beide Schalter müssen eingeschaltet sein. Diesen Zustand erkennen Sie an den Lämpchen der Schaltfläche. Nach dem Einschalten sollte nach etwa 30 s nur noch die grüne Lampe leuchten. Der Scanner ist dann betriebsbereit.

2. Ungeeignete Vorlagen

Der Scanner zieht die Vorlage durch einen dünnen Schlitz über Rollen ein. Je nach Arbeitsweise wird das zu scannende Objekt auch mehrfach vor- und zurücktransportiert, wobei es mit der durchsichtigen Erfassungsfläche in Berührung kommt. Schädlich sind also alle Vorlagen, die nicht abriebfest sind. Die Folge ist eine Verschmutzung der Erfassungsfläche; beim Scannen entstehen Längsstreifen. senkrechte dunkle Streifen

Collagen

Werden mehrere Objekte zu einem größeren Werk zusammengeklebt, kommt es leicht zu offenen klebrigen Stellen.

Scannen Sie keine klebrigen Vorlagen!

Empfehlung:

Scannen Sie die Objekte einzeln und gruppieren Sie diese mit einen Grafikprogramm!
Zum Scannen dürfte in vielen Fällen auch ein kleinformatiger Scanner ausreichend sein. Bei Flachbettscannern gibt es bei aufgelegter Vorlage auch keinen Abrieb.

Handkolorationen

Werden Konstruktionspläne mit Farbstiften ausgestaltet, entstehen meist Vorlagen, die nicht abriebfest sind.

Empfehlung:

Scannen Sie die Vorlage unbemalt und verwenden Sie ein Grafikprogramm, um Flächen mit einer Farbe oder einem Muster zu versehen!
Das geht nicht nur schneller, das sieht dann auch meist besser aus.

3. Voraussetzungen zur Benutzung

Zum Arbeiten an den PCs des LRZ benötigen Sie eine PC-Kennung. Dazu benötigen ...

... Studenten
zunächst eine Studentenkennung sowie die oben genannte PC-Kennung.
... Hochschulbedienstete
eine Kennung von Ihrem Master User, welche die PC-Kennung enthalten muss.

4. Formate

Die nach dem Scan-Vorgang erhaltenen Daten können in folgenden Rasterdateiformaten abgespeichert werden:

bmp Windows Bitmap
jpg JPEG (Joint Picture Expert Group)
jp2 JPEG2000
jpx JPEG2000 Extended
pdf Portable Document Format
tif Tagged Image File Format (TIFF)
dwf Autodesk
png Portable Network Graphics

Zur Texterkennung, also zur Umwandlung der Rasterdaten in Texte, steht Ihnen das Programm FineReader zur Verfügung.

Zur Vektorisierung, also zur Umwandlung der Rasterdaten in Vektordaten, finden Sie Hinweise weiter unten unter "Rasterdateien vektorisieren".

5. Datensicherung

Zur Sicherung der erstellten Dateien haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Brennen auf eine CD/DVD mit dem Programm Nero.
  • Speicherung auf USB-Memory-Stick (2 USB-Schnittstellen an der Vorderseite der Basiseinheit hinter einer kleinen Klappe).
  • Transfer mit FTP auf einen Rechner, auf dem Sie eine Benutzerkennung (Account) haben.
  • Versenden als Anhang mittels E-Mail. (Achten Sie auf Größenbeschränkungen der E-Mail-Systeme. Am LRZ gelten 30 MiB.)

6. Funktionsweise

Der Scanner SD4490 der dänischen Firma Contex ist ein Einzugs-Scanner, wobei die Rollen über die gesamte Breite verteilt sind, also mit der Vorlage in Berührung kommen. Als Lichtquelle dienen 6 Leisten von Leuchtdioden. Die optische Auflösung dieses Scanners beträgt 47 Pixel/mm bzw. 1200 ppi.

Der Scanner kann 256 Stufen für jede der Grundfarben Rot, Grün und Blau erkennen (Speicherbedarf für ein Pixel: 3 * 8 Bit = 24 Bit). Möglich sind weiterhin 256 Graustufen und 256 Farben (indizierte Farbe; Speicherbedarf jeweils für ein Pixel: 8 Bit). Im letzten Fall arbeitet der Scanner mit einer Palette. Diese kann automatisch erzeugt und als Datei gesichert werden. Sie wird in den Scanner geladen und für nachfolgende Scans verwendet.
Schließlich gibt es noch zwei Schwarz/Weiß-Modi (Speicherbedarf für ein Pixel: 1 Bit). Der Helligkeitswert wird bei jedem Pixel auf Weiß oder Schwarz abgebildet. Adaptiver Schwellwert: Das Ergebnis richtet sich nach der Umgebung des Pixels. Fester Schwellwert: Es ist ein fester Wert festzulegen.

7. Vorgehen beim Scannen

Diese Kurzbeschreibung weist nur auf die wichtigsten Punkte hin. Die Originalbeschreibung liegt am Arbeitsplatz aus.

Beachten Sie den eingangs erwähnten Hinweis zum Einschalten des Scanners!

Aufruf des Programms:

Symbol Nextimage

Das Programm Nextimage aufrufen, z. B. durch Doppelklick auf das Symbol auf dem Bildschirm.

Fenster Nextimage

Erstmaliges Setup Wenn das Fenster "Erstmaliges Setup" erscheint:

"Ganzer Bildschirm" wechselt in einen Ganzseitenmodus, der das Umschalten zwischen Fenstern kompliziert macht. Belassen Sie den Wert am besten bei "Aus" und bestätigen Sie mit "OK".
Produktverbesserungsprogramm Ob Sie an diesem Programm teilnehmen wollen, bleibt Ihnen überlassen.
Jetzt wird das Maximieren des Fenster empfohlen.

(Windows-Funktion: Klicken Sie auf das Feld mit dem Rechteck.)
Maximieren

In der Hauptleiste finden Sie die Funktionen Scannen (= in Datei schreiben), Kopieren (= scannen und drucken) und Datei (anzeigen, bearbeiten, drucken). Im Folgenden wird nur die Funktion Scannen beschrieben.

Auswahl der Parameter:

Bedeutung der kleinen Symbole: [v] Schnelleinstellung/Zurücksetzen, [+]/[-] Erweiterte Auswahl ein/aus.

Scannen: Eingabeformat, Auflösung, Weitere Optionen - Qualität

Auto, Autom. Breite, Autom. Länge, Format speichern..., Löschen








In den meisten Fällen dürfte eine Auflösung von 200 dpi ausreichen. Ein höherer Wert als die optische Auflösung von 1200 dpi ist sinnlos.
Eine wichtige Auflösungsart ist Entrastern. Hierbei wird mit voller Auflösung gescannt und dann verkleinert, was Moiré-Effekte vermeiden soll.





Hier können Sie bremsen, falls es Ihnen zu schnell geht.
Scannen: Weitere Optionen - Papierhandhabung

Bildeinstellung: ...

Abhängig von den Bildarten

  • Farbe
  • Indizierte Farbe
  • Graustufen
  • Adaptiver Schwellwert
  • Fester Schwellwert

stehen unterschiedliche Parameter zur Verfügung.

Bildeinstellung für Bildarten "Farbe (24-Bit)", "Graustufen (8-Bit)"
Bildeinstellung: Bildart: Farbe Bildeinstellung: Bildart: Graustufen
Bildeinstellung: Stufen ← Bei Farbe und Graustufen.

Einblenden kann hilfreich sein.


Diese Werte sind der Schlüssel zu einem guten Ergebnis. Ein höherer Kontrast ist bei technischen Zeichnungen sehr hilfreich. Alles von 0 bis zum Schwarzpunkt wird auf 0 (= schwarz) gesetzt, alles von Weißpunkt bis 255 auf 255 (= weiß) gesetzt. Die Werte dazwischen werden gestreckt.
Probieren Sie es aus! Das Ergebnis sehen Sie im Anzeigenfenster.
Bildeinstellung: Farbe Nur bei Farbe (nicht bei Graustufen)!                                                                  
Bildeinstellung: Schärfen/Verwischen ← Bei Farbe und Graustufen.                                                                                      
Bildeinstellung für Bildart "Indizierte Farbe"
Bildeinstellung: Bildart: Indizierte Farbe, Palette

Die Palette lässt man meist automatisch erstellen. Sie können Sie aber auch manuell beeinflussen.
Bildeinstellung für Bildarten "Adaptiver Schwellwert", "Fester Schwellwert"
Bildeinstellung: Bildart: Adaptiver Schwellwert, Stufen Bildeinstellung: Bildart: Fester Schwellwert, Stufen

Diese beiden Bildarten bilden jedes Pixel auf schwarz oder weiß ab. Der adaptive Schwellwert richtet sich nach der Umgebung, wobei dies über die Helligkeit beeinflusst werden kann. Der feste Schwellwert ist einheitlich für das gesamte Bild einstellbar. Probieren Sie es aus! Das Ergebnis sehen Sie wieder im Anzeigenfenster.

Bildeinstellung für alle Bildarten
Bildeinstellung: Drehen/Spiegeln, Größe ändern



...matisch                                                                                                                        
Ausgabedatei: Ziel, Speichern unter

..., E-Mail                                                                                                            
Ausgabedatei: Optionen

..., Überschreiben, Umbenennen

Kein, ...                                                                                                              

Einlegen der Vorlage:

Halten Sie die Vorlage mit der zu erfassenden Seite nach oben und den oberen Teil in Richtung Scanner.

Um eine möglichst exakte horizontale Ausrichtung zu erreichen, nun die Vorlage so einführen, dass die Kante möglichst gleichzeitig alle Einzugsrollen berührt. Das Papier wird automatisch eingezogen.
(Für erneuten Versuch Vorlage mit der rechts befindlichen vorderen Taste mit dem Dreieck auswerfen.)

Voransicht und Erfassung:

Den Scan-Vorgang steuern Sie mit den Symbolen, die Sie im Fenster unten rechts finden.

Blatt mit Lupe
Schnellen Scan-Vorgang mit niedriger Auflösung zur Vorschau ausführen.
Im Hauptfeld erscheint eine verkleinerte Darstellung Ihres Dokuments.

Detail-Auswahl:

Um die Qualität zu überprüfen, können Sie nun verschiedene Details Ihres Dokuments zum Betrachten auswählen.

verkleinerte Gesamtansicht - Rahmen erscheint

Detail-Lupe, Feld verkleinerte Gesamtansicht, Feld Datailansicht
Klicken Sie unten links auf die Detail-Lupe. Gehen Sie dann mit dem Mauszeiger auf das Hauptfeld mit dem verkleinerten Dokuments: ein beweglicher Rahmen erscheint. Positionieren Sie den Rahmen über dem Teil, der angezeigt werden soll, und klicken Sie. Der Rahmen wird fixiert.
Daraufhin wird das Dokument gescannt und der gewünschte Ausschnitt angezeigt:

Detail / Detail-Lupe, Feld verkleinerte Gesamtansicht, Felder Datailansicht

Sie können nun die Parameter auf der rechten Seite verändern, das Ergebnis wird sofort angezeigt. Probieren Sie solange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Diese Detail-Auswahl können Sie für verschiedene Stellen Ihres Dokuments wiederholen. Durch Anklicken der unteren Felder für die einzelnen Detail-Ansichten können Sie diese zur Anzeige bringen.

Wenn Sie dann zufrieden sind ...

<|>

Scan an Datei starten.

Wenn Sie mal einen aktuellen Vorgang abbrechen wollen, klicken Sie auf das rothinterlegte Symbol:

Dreieck im Kreis

Einige Tipps:

Schwarz/weiß-Vorlagen scannt man am besten im Modus Grauton. Mit der Erhöhung von Kontrast und evtl. auch Helligkeit erhält man meist bessere Ergebnisse. Insbesondere bei Transparentpapier kann man mit einem Kontrastwert zwischen 50 und 100 den Hintergrund weiß bekommen. Einheitliche Flächen lassen sich bedeutend stärker komprimieren als melierte ("Jedes Pixel ein anderer Farbton").

Soll das gescannte Bild weiterverarbeitet werden, wählen Sie beim Abspeichern eine verlustfreie Komprimierung (kein JPEG/JPG).

Das Format JPEG bzw. JPG wurde geschaffen, um farbige Fotos möglichst gut zu komprimieren, z. B. für Verwendung im WWW oder für E-Mail. Diese Methode ist aber verlustbehaftet. Je höher der Komprimierungsgrad gewählt wird, desto größer werden die Fehler, Artefakte genannt. Bei maßvoller Komprimierung sind die sichtbaren Verluste gering und man erreicht eine Einsparung von etwa 90%. Auch bei Grafiken fallen die Ergebnisse oft sehr gut aus. Auch wenn Sie vorhaben, in diesem Format zu speichern, sollten Sie zunächst in einem verlustfreien Format speichern und anschließend mit einem Grafikprogramm verschiedene Komprimierungsgrade ausprobieren.
Zur Anschauung eignet sich die Schrift JPEG-Komprimierung - ein Beispiel.

8. Rasterdateien vektorisieren

Das Programm VPstudio der Fa. Softelec besteht aus einem Rastereditor, einem Raster/Vektor-Konvertierer, einem Vektoreditor und einer Texterkennung (OCR).

Symbol VPstudio V10

VPstudio aufrufen, z. B. durch Doppelklick auf das Symbol auf dem Bildschirm.

Wichtig ist es, beim Vektorisieren folgende Schritte in genannter Reihenfolge auszuführen:

  1. Importieren einer Rasterdatei,
  2. Bearbeiten des Rasters (Rastereditor),
  3. Rastern (Rastereditor),
  4. Vektorisieren (Raster/Vektor-Konvertierer),
  5. Edieren der Vektoren (Vektoreditor),
  6. Exportieren der Vektordatei.

Die Funktionen des Rastereditors machen die Software fast zu einem Pixelzeichenprogramm. Man kann Linien, Kreisbögen und Kreise mit wählbarer Linienstärke zeichnen, Flächen anlegen und Texte eingeben. Stark verschmutzte Zeichnungen werden durch eine Säuberungsfunktion gereinigt. Mit dem Rastereditor wird die Zeichnung für die Vektorisierung vorbereitet.

Nach der Bearbeitung der Zeichnung mit dem Rastereditor wird der Raster/Vektor-Konvertierer gestartet. Zur Auswahl stehen dabei:

Mittellinien-Vektorisierung: Linienelemente werden mittig ausgewertet.
Flächenrand-Vektorisierung: Flächen werden durch ihre Umrisse dargestellt.
Kombinierte Vektorisierung: Linienelemente und Flächen werden erkannt.

Die Ergebnisse werden anschießend mit dem Vektoreditor nachbearbeitet, wobei als Bearbeitungshilfe Vektor- und Rasterdaten gemeinsam angezeigt werden können. Die Zeichenbefehle orientieren sich stark an den AutoCAD-Befehlen. In den Regeln werden verschiedene Objekteigenschaften, Linientypen, Schraffuren und Bemessungen nachträglich ediert.

9. Dokumentation und Anleitung

Es liegen am Arbeitsplatz auf:

  • Diese Kurzanleitung zur Benutzung des A0-Scanners.
  • Der engl. "User's Guide" für den Scanner (50 Seiten, 2 MB, PDF).

Es sind am Arbeitsplatz aufrufbar:

  • Die Dokumentation zum Programm VPstudio:
Startknopf > Alle Programme > softelec > VPstudio V10 > BatchExecuter, Handbuch, Tutorial, VPstudio V10 Hilfe, VPstudio V10 Tutorial (Hilfe), VPstudio V10
Das "Handbuch" ("Referenz-Handbuch", deutsch, 452 Seiten, PDF):
Sie finden ... auf den PDF-Seiten ...
den Vorspann 1 - 2
das Inhaltsverzeichnis 3 - 12
die Dokumentseiten 1-440 (+12) 13 - 452
Das "Tutorial" ("Tutorial Manual", deutsch, 220 Seiten, PDF):
Sie finden ... auf den PDF-Seiten ...
den Vorspann 1 - 2
das Inhaltsverzeichnis 3 - 4
die Dokumentseiten 1-216 (+4) 4 - 220
Die "VPstudio V10 Hilfe".
Das "VPstudio V10 Tutorial": Trotz seines Namens handelt es sich hierbei
um einen deutschsprachigen Einführungskurs.
(Hierzu brauchen Sie das 220-seitige Handbuch.)