Einstieg in die Videobearbeitung

Einsteiger, die sich zum ersten Mal mit der Videobearbeitung vertraut machen, werden mit einigen Fachbegriffen aus dem Videobereich konfrontiert, die im Folgenden kurz erklärt werden, um den Einstieg zu erleichtern und mögliche Fehlerquellen bereits vor der ersten Videoaufzeichnung und -bearbeitung auszuschließen. Für bereits versierte Videoproduzenten kann diese Seite als Nachschlagwerk dienen.

Videocontainerformate und -codecs

Um Videodateien speichern und abspielen zu können, wurden von unterschiedlichen Herstellern verschiedene Videocontainerformate und -codecs entwickelt. In der folgenden Übersicht werden weit verbreitete Videodateiformate aufgeführt:

Dateiendung Bezeichnung Beschreibung
.avi Audio Video Interleaved Videocontainerformat von Microsoft
.flv Flash Video Videocontainerformat von Adobe, abspielbar mit Adobe Flash Player
.mov Movie Videocontainerformat von Apple, abspielbar mit Quicktimeplayer
.mp4 Moving Pictures Experts Group Videocontainerformat von MPEG als offener Standard
.wmv Windows Media Video Videocontainerformat von Microsoft für Windows Media Player

Um Videodateien zu speichern, wird noch ein Videocodec benötigt, der die Kompression des Videomaterials bestimmt. Je nach Wahl des Codecs wird die Videodatei verluststärker oder -ärmer gespeichert. Ein gutes Verhältnis zwischen Qualität und Komprimierung bietet der Videocodec H.264.
Für eine möglichst hohe Abspielbarkeit von Videodateien mit unterschiedlichen Videoplayern oder im Internet hat sich das Videodateiformat .mp4 mit dem Videocodec H.264 als Standard etabliert.

Seitenverhältnis

Im Videobereich sind Seitenverhältnisse des Videobildes im 16:9 oder 4:3 Format möglich. Neuere Videoaufzeichnungsgeräte erstellen in der Regel Videos mit einem Seitenverhältnis von 16:9, welches der aktuelle Standard im Videobereich ist. Das 4:3 Format wurde früher bei kleineren Videobildauflösungen verwendet und findet heute teilweise noch Anwendung bei Bildschirmauflösungen (z.B. iPad).

Das Seitenverhältnis eines Videos kann mit folgender Gleichung berechnet werden:

Pixel der Videobreite : Pixel der Videohöhe = 1,78 ≙ 16:9
Pixel der Videobreite : Pixel der Videohöhe = 1,33 ≙ 4:3

Wenn Sie beim Teilen der Pixel Videobreite zu der Pixel der Videohöhe nicht die Werte 1,33 oder 1,78 erhalten, liegt Ihr Video nicht in einem 4:3 oder 16:9 Format vor.

Tipp: Wenn Sie mit PowerPoint Folien, z.B. bei Screencapturingaufnahmen arbeiten, können Sie das Seitenverhältnis Ihrer PowerPoint Folien vom Standardformat 4:3 unter Entwurf > Foliengröße auf ein Seitenverhältnis von 16:9 (Breitbild) ändern.

Auflösung

Bei der Erstellung Ihres Videos wird festgelegt, in welcher Größe das Videobild aufgezeichnet wird. Durch neuere Videoaufzeichnungsgeräte und Speichermedien sind größere Videobilder mit einer höheren Pixelzahl möglich, wodurch bei der Bildqualität mehr Schärfe, Brillianz und Detailtreue entsteht. In der folgenden Übersicht erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Videogrößen und ihre Bezeichnungen, die im Videobereich verwendet werden.

Bezeichnung

Auflösung in Pixel

Seitenverhältnis

240p

426x240 Pixel

16:9

360p

640x360 Pixel

16:9

480p

854x480 Pixel

16:9

SD PAL

720x576 Pixel
1024x576 Pixel

4:3
16:9

720p – HD

1280x720 Pixel

16:9

1080p – Full HD

1920x1080 Pixel

16:9

4K – Ultra HD, kurz UHD

3840 x 2160 Pixel

16:9

Beim Export von Videodateien empfiehlt es sich – je nach Veröffentlichungszweck – Videogrößen von 240p, 360p, 480p, 720p oder 1080p zu verwenden. Diese Standardgrößen für Videodateien haben sich durch die Videoplattform YouTube entwickelt und sind deshalb für Webvideos geeignet.

Framerate

Die Framerate gibt an, aus wievielen Einzelbilder pro Sekunde ein Video besteht. In Europa sind bei Videos folgende Frameraten möglich:

24, 25, 30, 50, 60 fps = frames per second ≙ Bilder pro Sekunde

Vor Erstellung eines Videos kann geprüft werden, mit welcher Framerate das Videoaufzeichnungsgerät Videos erstellt. In der Regel werden Videos mit 25 fps aufgezeichnet und wiedergegeben.

Bei Frameraten von 23.976, 29.97 und 59.94 fps handelt es sich um NTSC-basierte Formate, die in Amerika verwendet werden und deshalb in Europa zu Wiedergabeproblemen bei Videodateien führen können.