ILMES - Internet-Lexikon der Methoden der empirischen Sozialforschung |
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Die Lehre vom interpretativen Verstehen, auch vom Auslegen oder Deuten. Im Gegensatz zum »einfachen«, »naiven« oder mundanen Verstehen, mit dem wir im Alltag immer schon (glauben) den Anderen (zu) verstehen, muss hermeneutisches Verstehen von der Offenheit, Uneindeutigkeit und prinzipiellen Unabgeschlossenheit des Verstehens ausgehen, insbesondere davon, dass sich in Texten oder Äußerungen immer mehr Sinn-Schichten zeigen als auf den ersten Blick erkennbar sind. Zentral ist hierbei das Konzept des hermeneutischen Zirkels: Die einzelnen Teile eines Textes/einer Äußerung werden im Lichte eines Vorverständnisses des gesamten Textes interpretiert, doch dieses Vorverständnis wandelt sich im Verlauf der Interpretation, wodurch auch die einzelnen Teile in einem neuen Licht erscheinen können, usw.
Hermeneutisches Verstehen und seine Theorie gehen auf den deutschen Theologen Schleiermacher zurück; eine Darstellung der Entwicklung des Begriffs und seiner Rolle in verschiedenen Ansätzen würde hier zu weit führen. Heute ist Hermeneutik für viele Richtungen der qualitativen Sozialforschung mit Blick auf die Datenauswertung von Bedeutung. Namentlich seien hier nur drei Strömungen genannt, die den Begriff Hermeneutik im Titel tragen:
Literatur:
© W. Ludwig-Mayerhofer, ILMES | Last update: 20 Feb 2006