ILMES - Internet-Lexikon der Methoden der empirischen Sozialforschung |
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Aggregatdaten sind Daten, die durch Zusammenfassung - eben Aggregierung - von Individualdaten entstehen, z.B. durch Summierung, Bildung von Durchschnitts- oder Anteilswerten. Sie beziehen sich also auf ein (wie auch immer definiertes) Kollektiv.
Beispiele: Arbeitslosenquoten in Arbeitsamtsbezirken; Stimmanteile von Parteien in Wahlbezirken; durchschnittliche Zufriedenheit in Arbeitsgruppen.
In der Aggregatdatenanalyse werden Aggregatdaten in Beziehung zueinander gesetzt. So kann man z.B. den Zusammenhang zwischen dem Arbeiteranteil in Stimmbezirken und dem SPD-Wähleranteil in diesen Bezirken analysieren. Entsprechende Zusammenhänge müssen aber keineswegs auch auf der Individual-Ebene gelten; findet man hohe SPD-Anteile in Arbeiterbezirken, so heißt das keineswegs, dass es die Arbeiter sind, die SPD wählen. Der (fehlerhafte) Schluss von Aggregat- auf Individualdaten heißt ökologischer Fehlschluss.
Aggregatdaten werden zunehmend als Kontextvariablen in Analysen eingesetzt, die im übrigen auf der Individualebene angesiedelt sind (vgl. Mehrebenenanalyse).
© W. Ludwig-Mayerhofer, ILMES | Last update: 30 Dec 1999