Instrumente
Home Über uns Termine Fotoalbum Instrumente Kontakt CD`s Links Raffelebauer

 

 

 

 

Das Raffele

Aus dem mittelalterlichen "Scheitholt" entwickelte sich als eine weitere Vorläuferstufe unserer heutigen Zither im 17./18.Jhdt. durch Vergrößerung des Schall- bzw. Resonanzkörpers und Aufleimen eines Griffbretts die "Kratzzither". Sie behielt anfänglich noch die längliche Rechteckform des Scheitholts, veränderte sich aber gegen Ende des 18.Jhdt. als "Schlagzither" zu ihrer heute noch gebräuchlichen Gestalt. Die Kratzzither wurde anstelle mit dem Daumen (wie das Scheitholt) mit einem Plektron (Federkiel, Horn, Holzstaberl) angeschlagen bzw. "gekratzt".

Mit der Kratzzither vergleichbar ist die im Allgäu verbreitete "Scherrzither" und das tirolerisch-oberbayerische "Raffele". Sie haben beide diatonisch angeordnete Bünde. Die "Scherrzither" ist mit zwei "e"-Saiten auf dem Griffbrett und einer dritten "e"-Saite neben dem Griffbrett, die als Bordunton mitklingt, bezogen. Das "Raffele" hat keine Freisaiten sondern nur ein Griffbrett mit zwei "a"-Saiten und einer "d"-Saite mit 15 Bünden. Während die Finger der linken Hand die Melodien ein- oder mehrstimmig greifen, bringt das auf den Zeigefinger der zur Faust geballten rechten Hand gelegte und mit dem Daumen leicht angepresste Plektron die Saiten durch Hin- und Herstreichen zum Klingen.

Das Raffele lässt nur eine beschränkte Melodie- und Akkordbildung zu. Bei schnelleren Handbewegungen entsteht ein tremoloartiger Klang. Die "rassige" Spielweise ist heute wieder sehr beliebt.

 

 

Das Hackbrett

Die älteste europäische Darstellung eines Psalterium-Hackbrett-Typus ist an der Pforte der Kathedrale von Santiago de Compostella aus dem Jahre 1184 zu sehen. Im 11.-14.Jhdt. wurde das Hackbrett überwiegend gezupft und ab dem 14.Jhdt. auch geschlagen.

Die früheste Darstellung eines Hackbretts in Bayern ist im Codex des Otto von Passau von 1448 zu sehen. 1447 taucht die Bezeichnung Hackbrett in Züricher Ratsbüchern auf. Im Augsburger Steuerregister wird 1499-1516 der Lauten- und Hackbrettmacher Bartelmo Schuster erwähnt.

Pantaleon Hebenstreit erfand um 1690 eine neue, größere Form des Hackbretts. Es konnte auf beiden Seiten gespielt werden, hatte Stahl-, Messing- und Darmsaiten und ging in der Tiefe bis zum Kontra E, wodurch sich eine vordere Länge von 2,70m ergab.

Im 19.Jhdt. war das Hackbrett fast vergessen.

Den Funken zu einer neuen Hackbrettzeit legten um 1920 drei steierische Holzknechte, die Tobi Reiser in einer Wirtsstube im Pongau spielen hörte. Der Gedanke an ein Hackbrett ließ ihn nicht mehr los und bald gelangte er in den Besitz eines großen 4 Oktaven, diatonischen Instruments. Es war nur in wenigen Tonarten spielbar. Es reifte in ihm der Plan, ein in allen Tonarten spielbares, leicht transportables Hackbrett zu bauen. Heinrich Bandzauner, Instrumentenbauer in Salzburg, baute das erste „Salzburger Hackbrett“. Alfred Pichlmeier baute vor ca. 20 Jahren das 3chörige Hackbrett mit Tonumfang g bis d´´´.