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| Betriebssystem Kunst2012 Akademie der Bildenden Künste München Eine Vortragsreihe anlässlich der documenta 13 in Kassel, veranstaltet von der Akademie der Bildenden Künste München mit Unterstützung der Stiftung Kunstakademie München, des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und des Kulturreferates der Landeshauptstadt München. Videostreams nach den Vorträgen online. |
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| Konzeption:
JOHANNES KIRSCHENMANN und FLORIAN MATZNER
Zeitgleich zur documenta in Kassel wird in Hannover, Berlin und Genk (B) Gegenwartskunst gezeigt, die zusammen in großer Pluralität die These vom Abschied jeder Kanonisierung bestätigen. Während CAROLYN CHRISTOV-BAKARGIEV, die Leiterin der documenta, politische Konfliktzonen und gesellschaftliche Umwälzungsprozesse in den Mittelpunkt rückt, thematisiert die Manifesta im belgischen Genk den Strukturwandel der Region zur heutigen Informationsgesellschaft nach. PETER WEIBEL untermauert mit der ZKM-Ausstellung „The Global Contemporary“ seine These von der permanenten Umschreibung, die revolutionäre Umwälzungen auch im Kunstsystem abgelöst habe. Derweil fordert der Kurator der Berlin Biennale, ARTUR ZMIJEWSKI, selbst mehrfacher Künstler der documenta, von den von ihm eingeladenen Künstlern, keine Kunst zu machen! All diese Ausstellungen sind eingebettet in ein Betriebssystem, das von der Kunstkritik bis zum Kunstmarkt ein wesentliches, wenn auch oft widersprüchliches Segment heutiger Kultur umfasst. Mit den Vorträgen und Diskussionen soll diese Entwicklung problematisiert und kritisch diskutiert werden. Im Anschluss an die Veranstaltungen ist zu einem Umtrunk im Foyer gebeten, um die Gespräche fortsetzen zu können. Die Vorträge fnden im Auditorium des Neubaues und der historischen Aula jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Veranstaltungen werden auf Video aufgezeichnet und über die Internetplattform www.vermittlung-gegenwartskunst.de bis September 2012 online angeboten. Die Vortragsreihe ist als Veranstaltung von transform mit dem KMS III.2 – 5 P 4160.11 – 6.75137 als eine die staatliche Lehrerfortbildung ergänzende Maßnahme anerkannt. Aktuelle Informationen, mögliche Änderungen unter www.adbk.de, Rubrik Event: |
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Mittwoch, 2. Mai 2012 Aula Altbau WALTER GRASSKAMP: Der lange Weg zur Globalisierung. Die Frühzeit der documenta 1955 - 1968. Walter Grasskamp als hervorragender Kenner der Geschichte der documenta und bei der Turiner Auftaktkonferenz zur dOCUMENTA (13) beteiligt, skizziert die Entwicklungslinien der ersten vier documenta-Ausstellungen als einen frühen Weg der Globalisierung. Donnerstag, 3. Mai 2012 Auditorium Neubau THOMAS WULFFEN Betriebssystem Kunst – Legende, Mythos und die reine Wahrheit Der Kunstwissenschaftler Thomas Wulffen trat 1994 mit dem Begriff vom „Betriebssystem Kunst“ an die Fachöffentlichkeit. Im Vortrag wirft er einen kritischen Blick zurück auf die Begriffsbildung und auf die Veränderungen von Kunstbetrieb und den Begriffen davon. Mittwoch, 9. Mai 2012 Auditorium Neubau HANNO RAUTERBERG Muss gute Kunst auch gerecht sein? Über das schwierige Verhältnis von Ethik und Ästhetik Viel zu selten diskutiert der Kunstbetrieb die eigene Moral: Dürfen Künstler eigentlich in China ausstellen, nur weil Ai Weiwei entlassen wurde? Was ist mit Kunstmessen in Semidiktaturen wie Dubai? Wie stark lassen sich Biennalen zu Imagezwecken instrumentalisieren? Doch nicht auf dem politischen, auch auf dem ästhetischen Feld stellt sich die Frage nach den richtigen Wertmaßstäben. Oft herrscht die reine Willkür, ständig werden normative Entscheidungen gefällt, ohne diese zu begründen. Was fehlt, ist eine Ethik des Kunsturteils. All diesen Fragen geht der renommierte Kritiker der ZEIT nach. Dienstag, 15. Mai 2012 Auditorium Neubau OLAF NICOLAI / GABRIEL KURI Olaf Nicolai im Gespräch mit Gabriel Kuri Olaf Nicolai, seit 2011 Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, diskutiert mit dem mexikanischen Künstler Gabriel Kuri über Aspekte des aktuellen Kunstbetriebs. Dienstag, 22. Mai 2012 Auditorium Neubau KATHRIN LUZ Manifesta. Eine Biennale unterwegs – von der Vision der europäischen Idee bis zur Erkundung der Peripherie Am Beispiel des kuratorischen Konzeptes und des strategischen Ansatzes der Manifesta 9 in Genk 2012 sollen Idee und Anspruch der Manifesta als einziger nomadisierender Biennale weltweit dargestellt werden. Wie kann sich eine Biennale heute im infationären Wettbewerb internationaler Biennalen erfolgreich behaupten? Wie kann das jeweils gesammelte Wissen und die gemachte Erfahrung in der kulturellen Praxis weitergegeben werden? Und welchen nachhaltigen Effekt kann sie für den Ort haben, an dem sie stattfndet? Mittwoch, 30. Mai 2012 Auditorium Neubau KARL-HEINZ LÜDEKING Das Cindy Sherman-Syndrom Mit dem Vortrag versucht der Berliner Kunstwissenschaftler zu ergründen, warum die inszenierten Fotografen von Cindy Sherman so oft von anderen reinszeniert werden. Dienstag, 5. Juni 2012 Vortragssaal 01.23 Neubau HARALD KIMPEL dOCUMENTA (13) – eine „Geistesverfassung“? Nach dem Kasseler documenta-Historiker und Kunstwissenschaftler Harald Kimpel muss sich die documenta seit dem Verlust ihrer wichtigsten Funktion – der Defnition des ästhetischen Kanons der Gegenwart – im Kunstbetrieb stets neu positionieren. Carolyn Christov-Bakargiev hat ihrer dOCUMENTA (13) ein erweitertes Format gegeben: eine „Geistesverfassung“, die das Verhältnis von Kultur und Politik neu bestimmen soll. Am Vorabend der Eröffnung will der Vortrag dieses zeitlich, räumlich und ästhetisch expandierende Kulturprojekt mit Blick auf die Institutionsgeschichte kritisch befragen. Dienstag, 12. Juni 2012 Aula Altbau PETER WEIBEL The Global Contemporary: Ein Umschreibeprogramm Der Medientheoretiker, Kurator und Direktor des ZKM untersucht in seinem Vortrag die Folgen der Globalisierung im Aufeinandertreffen von Kulturen, Religionen, ethnischen und nationalen Identitäten. Dies führt ihn zu zwei Thesen: dem „clash“ als Konfrontation und der Assimilation als „Kampfabsage“ (Ranjit Hoskoté). Die Ausstellung im ZKM „The Global Contemporary“ geht dagegen von der Theorie der Umschreibung aus – so auch der Vortrag von Peter Weibel. Dienstag, 19. Juni 2012 Auditorium Neubau MATTHIAS MÜHLING Der Künstler ist anwesend Matthias Mühling ist Sammlungsleiter und Kurator für internationale Gegenwartskunst am Lenbachhaus München. Er diskutiert in seinem Vortrag die Frage, ob im aktuellen Betriebssystem Kunst die Figur des Künstlers – sein Körper, seine Attitüden, seine Biografe – inzwischen zum maßgeblichen Kommunikations- und Interpretationsmittel avanciert ist, während das von ihm produzierte Werk gleichsam in den Hintergrund tritt. Dienstag, 26. Juni 2012 Auditorium Neubau VEIT GÖRNER MADE IN GERMANY ZWEI Veit Görner ist Direktor der kestnergesellschaft in Hannover. Hier wurde unter seiner Leitung zusammen mit dem Sprengelmuseum und dem Kunstverein die Ausstellung MADE IN GERMANY etabliert, die – parallel zur documenta – nach 2007 und 2012 alle fünf Jahre einen Überblick der aktuellen Kunst in Deutschland bietet.
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