AG Neue Medien in der Kunstpädagogik

 

Zusammenfassung der Arbeitsgruppe Medien

(StudRef. Stefanie Pütz)

Um ein Verständnis für die Möglichkeiten, Arbeitsweisen und den Einfluss der Medien anzustoßen, können  sie als Einstieg unter verschiedenen Aspekten betrachtet werden:

-Produktion: Wie und mit welchen Mitteln werden die einzelnen Medien hergestellt und an die Konsumenten herangetragen. Über diese Betrachtung kann das Bewusstsein geschärft werden, unter welchen Gesetzmäßigkeiten die Produktion abläuft. Damit wird der äußere Rahmen der Medien klar.

-Inszenierung: Hier sind Berührungspunkte zwischen kunstgeschichtlichen und medialen Produkten zu finden. Menschen lassen sich seit Jahrtausenden inszenieren, z.B. in Portraits, heute findet diese Selbst- oder Fremddarstellung größtenteils über die neuen Medien statt, in Filmen oder Berichterstattungen. Doch die Auswahl und die Machart unterliegen Gesetzmäßigkeiten und Zielsetzungen.

-Manipulation: Die Nähe zur Realität verführt den Betrachter zum naiven Wahrnehmen ohne  den Wahrheitsgehalt des Abgebildeten zu hinterfragen. Beispiele zur Manipulation finden sich im Ausstellungskatalog von Bonn: X für U. Bilder die lügen., und bei Doelker: Ein Bild ist mehr als ein Bild. Damit kann Kritikfähigkeit geschult werden.

Zum Arbeiten am Computer unter dem Aspekt der Kunstpädagogik wurden mehrere Punkte angesprochen:

-Das Problem der Organisation, wenn pro Schüler ein Computer vorhanden ist, wie kann gleichzeitig der geregelte Arbeitsablauf gewährleistet werden?

-Defizite bei den Medienkenntnissen sind nicht offensichtlich: es gilt neben männlichen Blendungsmechanismen auch die Shell-Studie 2002 zu berücksichtigen, deren eines Ergebnis zeigt, dass Mädchen Computer zielgerichteter als Werkzeuge nutzen als Jungen.

-Der Lehrer wird beim Arbeiten am Computer zum Partner, ein gewisser Mut zu einem universellen Dilettantismus ist nötig.

-Oft ergibt sich die Problematik, das Einzelwissen eines Schülers auf die ganze Gruppe zu übertragen.

Aus diesen Punkten kann sich nur der Rat ergeben, eigene Erfahrungen mit dem Medium zu machen. Sie können als Anregungen dienen, sind aber nicht ausschöpfend. Die Praxis ist noch vielfältiger und reizvoller.

 

 

Links zum Thema

Literatur zu den Neuen Medien in der Kunstpädagogik

Thesen zur Bilderziehung im Fach Kunst und Thesen zur Medienbildung

Johannes Kirschenmann: Irritationsästhetik in der Medienbildung

Karl-Josef Pazzini: Kulturelle Bildung im Medienzeitalter

Dieter Baacke: Medienästhetik: Neue Wahrnehmungsformen von Kindern und Jugendlichen

Die »Bibliothek« im Online-Forum Medienpädagogik ist auf medienspezifische Fragestellungen spezialisiert. Es gibt Literatur zur Geschichte der Medien, Lexika und Handreichungen für die ganz praktische Medienarbeit.

Lothar Mikos: Ästhetische Erfahrung und visuelle Kompetenz: Zur Erweiterung der diskursiven Medienkompetenz um präsentative Elemente. In: MedienPädagogik 1/2000 (Download unter http://www.medienpaed.com/00-1.htm