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Der Begriff
GESTALTEN bezeichnet heute eine übergeordnete Schlüsselkompetenz, die
verschiedene Bildungsbereiche verbindet. Spezifische Gestaltungspraktiken
werden nicht nur in den klassischen Kreativfächern wie Kunst, Musik oder
Darstellendes Spiel vermittelt. Viel weitergefasst vereint eine Pädagogik
des Gestaltens materielle und immaterielle, soziale und kommunikative,
individuelle und kollektive Techniken, die für den gegenwärtigen Alltag
und den Lebensentwurf von Heranwachsenden wichtige Impulse für ein
selbstbestimmtes und kreatives Handeln geben. Die Einführung des Fachs
Gestalten an den Grundschulen in Sachsen-Anhalt im Jahr 2007 stellte den
Versuch dar, die künstlerischen und handwerklichen Praktiken der beiden
traditionellen Fächer Kunsterziehung und Werken zu einem neuen zeitgemäßen
Schulfach zu verbinden. Die mit der vorliegenden Publikation angeregte
Entwicklung der didaktischen, methodischen und inhaltlichen Grundlagen
dieses neuen Unterrichtsfachs ist zugleich Anlass, über grundsätzliche
Fragen einer Gestaltenpädagogik nachzudenken. Mit Blick auf eine möglichst
komplexe Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen werden
kunst- und designpädagogische, außerdem werken- und spielpädagogische
Probleme vorgestellt. Weiterführend diskutieren die beteiligten
Fachdidaktiker/innen, Bildungswissenschaftler/innen, Künstler/innen und
Designer/innen aus Deutschland, der Schweiz und Indien, ob der Begriff
Gestalten ein methodisches Bindeglied für eine Bildung für nachhaltige
Entwicklung darstellen kann, das besonders geeignet ist, um fächerübergreifendes
und vernetztes Denken in den verschiedenen Altersstufen zu fördern.
Zahlreiche unterrichtspraktische Impulse zeigen mögliche Arbeitsformen
eines kreativen Gestalten-Unterrichts. |
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort der Herausgeber
Grußwort des Kultusministers des Landes Sachsen-Anhalt, Jan Hendrik
Olbertz
Theoretischer Teil
Joachim Penzel: Gestalten als ganzheitliche Bildung. Perspektiven einer
integralen methodologischen Pluralität eines neuen Unterrichtsfachs
Constanze Kirchner: Basiskompetenzen in der Grundschule – zwischen
Subjekt- und Sachorientierung
Georg Theunissen: Ästhetische Erziehung als integratives Bildungsziel
Carl-Peter Buschkühle: Das Werk als Spiel
Regine Mätzler Binder: Form und Material als zwei zentrale Aspekte des
Design-Unterrichts
Josef Walch:
Stefan Scheuerer: „Kreativ ist man, wozu darüber reden.“ Initiierung
kreativer Prozesse und pädagogisches Setting
Michael Gebauer: Mensch – Natur – Ästhetik. Ästhetische Bildung und
Umweltbildung im Dialog
Franziska Bertschy und Christine Künzli: Bildung für eine Nachhaltige
Entwicklung als fächerübergreifendes Bildungskonzept
Frithjof Meinel: Ressourcenumgang lernen – Gestalten mit regenerativen
Energien und Werkstoffen
Siegfried Zoels: Bilden durch Spielmitteldesign. Die Potentiale von
Spielmitteldesign für eine umfassende Kompetenzförderung
Sudarshan Khanna: Design in Education in India
Andrea Dreyer: Das Fach Gestalten und dessen spezifische Anforderungen an
die Entwicklung „gestaltpädagogischer“ Professionalität
Inka Schleicher: Schülerleistungen im Gestaltenunterricht beobachten,
bewerten und beurteilen
Praktischer Teil
1) Bauen – Verstehen – Spielen
Sudarshan Khanna: Learning from Toys – Design and Education
Michael Gebauer: Das Maß der Natur ergründen – Reduktionszirkel bauen
Andrea Dreyer: Ein Zeitmesser
Joachim Penzel: Mit dem Knie schreiben – Ungewöhnliche Schreibgeräte
bauen
Ute Schelenz: Wir bauen eine künstliche Lunge. Vernetztes Denken und
Arbeiten zwischen Sachunterricht und Gestalten
Jan Laurig: Papier als universeller Werkstoff
Gunda Wichmann: Alles dreht sich: Kreiselwerkstatt
Stefanie Warich: STADT + LAND + FLUSS – Gestaltungsideen erspielen
Angela Kunth: Entwicklung und Gestaltung eines Spielplatzes
Ulrike Großwendt: Vom Müllhaufen zur Zukunftswerkstatt
Andrea Dreyer: Ein elektronisches Memory
Josephine Rühle: Gestalten für den Sportunterricht am Beispiel des
Mini-Juggerns
Joachim Penzel: Die Maus tanzt auf der Wäscheleine – Balancefiguren
bauen
Birgit Schwesig: Elementare Keramik – Pflanzenspuren in Ton
2. Wahrnehmen – Experimentieren – Bilder herstellen
Ulrich Klieber: Zum Workshop: „Die Linie. Ein Beispiel aus der künstlerischen
Lehre – Künstlerische Praxis im Dialog“ – eine Nachbetrachtung
Stefanie Aufmuth: Rot ist schnell und Striche hüpfen. Annäherung an
Farb- und Formensprache ungegenständlicher Kunstwerke
Angela Bartz: Versteckte Bilder – Experimentelles und sinnliches
Erproben von Farbmischungen
Stefan Scheuerer: Ästhetische Regelspiele mit Papier
Joachim Penzel: Anstreichen. Ordnen. Auslegen – Elementare Übung zu
Farbe im Raum
Sirka Vollmer: Die Geschichte eines Bildes – Gedrucktes Daumenkino in
Zeitlupe
Ute Schelenz: Wir gestalten Zuckerbilder – Vernetztes Denken und
Arbeiten zwischen Sachunterricht und Gestalten
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