|
LMU, Institut für Komparatistik
Dozent: Sebastian Donat Proseminar II (A): Metrik |
Referat vom 05.11.2001
Referentin: Johanna Schumm Thema: Sapphische Strophe |
|
Sapphische Strophe Vierzeilige Odenstrophe, benannt nach der griechischen Dichterin Sappho (ca. 650 v. Chr.). Bestehend aus drei sapphischen Versen und einem adonischen Vers. Der sapphische Vers besteht aus zwei trochäischen Dipodien und einem eingeschobenen Daktylus.
Horaz (65 v. Chr. 8 v. Chr.) machte klassische Odenmaße musterhaft. Den sapphischen Vers verwendete er immer mit einer Länge auf der vierten Silbe und einer Zäsur nach der fünften: v / v v v vVerwendung in Deutschland: in mittelalterlicher Hymnendichtung und dann vor allem bei Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1802). Er wandelt die sapphische Strophe jedoch ab indem er den Daktylus von Vers zu Vers wandern lässt:
(Klopstock, Horazische Oden) Im Deutschen wird meist auf die Zäsur und den Spondeus verzichtet. Verwendet wird die sapphische Strophe unter anderem bei Johann Heinrich Voß, August Graf von Platen und Friedrich Hölderlin. Als Vertreter aus dem 20. Jahrhundert kann man Josef Weinheber (1892-1945) nennen:
Literaturangaben: Christian Wagenknecht: Deutsche Metrik. Eine historische Einführung. München, 1993. Horst Joachim Frank: Handbuch der deutschen Strophenformen. Tübingen und Basel, 1993. Otto Paul und Ingeborg Glier: Deutsche Metrik. München, 1961. Gero von Wilpert : Sachwörterbuch der Literatur. Stuttgart, 1955. |