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Referat vom 03.12.01
Referent: Markus Schmidt
Thema: Metrische Fachbegriffe: Ghasel und Ruba'i |
Ghasel
(Mrz.: Ghaselen)
Arabische Herkunft (ghazal = Gespinst); Enstehung ca. 720 n.Chr.
Liebesgedicht; vom persische Dichter Hafis im 14. Jhdt. intensiv benutzt.
Einstrophig bzw. Nichtstrophig, besteht aus 3-30 Versen.
Reimordnung aabacada...xa
Erstes Verspaar (sog. Königsbait) bestimmt Reimklang aller geraden Verse,
ungerade Verse sind Waisen
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Stichwort - Ghasel:
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im ersten Verspaar tritt ein Binnenreim auf => in den folgenden geraden Versen können nach dem Binnenreim identische Reime auftreten
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1803 erste Versuche von F. Schlegel, danach Rückert (Nachdichtungen von Hafis), Goethe (West-oestlicher Diwan) und A. v. Platen.
Wohl endet der Tod des Lebens Not,
Doch schaudert Leben vor dem Tod.
Das Leben sieht die dunkle Hand,
Den hellen Kelch nicht, den sie bot.
So schauert vor der Lieb ein Herz,
Als wie von Untergang bedroht.
Denn wo die Lieb erwachet, stirbt
Das Ich, der dunkele Despot.
Du laß ihn sterben in der Nacht
Und atme frei im Morgenrot.
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Die Schöpfung ist zur Ruh gegangen, o wach in mir!
Es will der Schlaf auch mich befangen, o wach in mir!
Du Auge, das am Himmel wachet mit Sternenblick,
Wenn mir die Augen zugegangen, o wach in mir!
Du Licht, im Äther höher strahlend als Sonn und Mond,
Wenn Sonn und Mond ist ausgegangen, o wach in mir!
Wenn sich der Sinne Tor geschlossen der Außenwelt,
So laß die Seel in sich nicht bangen, o wach in mir!
Laß aus dem Duft von Edens Zweigen in meinem Traum
Die Frucht des Lebens niederhangen, o wach in mir!
O zeige mir, mich zu erquicken, im Traum das Werk
Geendet, das ich angefangen, o wach in mir!
In deinem Schoße will ich schlummern, bis neu mich weckt
Die Morgenröte deiner Wangen; o wach in mir!
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| (Rückert)
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(Rückert, Die Schöpfung ist) |
Ruba'i:
(Mrz.: Rubaijat)
Persische Herkunft (Rubijat = Sinnsprüche); Entstehung im 11. Jhdt.
Vierzeiler; Reimordnung aaba => Persische Vierzeile
Besitzt nur einen Reimklang (1.,2. u. 4. Zeile), 3. Zeile Waise.
Der Persische Gelehrte Omar Chajjam erlangt mit seiner Sammlung von Sinnsprüchen im 11. Jhdt. große Bekanntheit => 1859 Übersetzung ins Englische
Die Stern ob mir, sie gehn am Himmel heiter hin;
Stell um mein Lager, Herr! Die lichten Streiter hin!
Und soll ich auf dem harten Stein wie Jakob ruhn,
So stell in meinem Traum auch Jakobs Leiter hin.
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Im Wasser wogt die Lilie, die blanke hin und her,
Doch irrst du, Freund, sobald du sagst sie schwanke
hin und her;
Es wurzelt ja so fest ihr Fuß im tiefen Meeresgrund,
Ihr Haupt nur wiegt ein lieblicher Gedanke hin und her.
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(Rückert, Vierzeile)
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(August v. Platen)
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Otto Paul, Deutsche Metrik, 3. Auflage München 1950
Otto F. Best, Handbuch Literarischer Fachbegriffe: Definitionen und Beispiele, 8. Auflage 1989, Frankfurt a. M.
Ivo Braak, Poetik in Stichworten, 5. Auflage 1974, Kiel
Fritz Schlawe, Neudeutsche Metrik, Stuttgart 1972
Christian Wagenknecht, Deutsche Metrik, 4. Auflage 1999, München
Günther u. Irmgard Schweikle (Hrsg.), Metzler Literaturlexikon Begriffe und Definitionen, Stuttgart 1990
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