Alkäische Odenstrophe - aus der klassischen Verstradition - Vierzeiler mit zwei elfsilbigen, einer neunsilbigen und einer zehnsilbigen Strophe - ungereimt - klassische Form bei Horaz:
- - v - -/ - v v - vx - aus dem lateinischen Kirchenlied in die deutsche Dichtung gekommen - erst mit Klopstock (1724-1803) bekommt dieses Versmaß eine einheitliche Form in der deutschen Lyrik - dem Gesetz des aptum folgend, passt die Odenform zum genus sublime/grande des Inhalts - Klopstock gab Schablonen vor seine Gedichte, damit es dem Leser leichter gemacht wurde, die ungewohnten Verse sprechen zu können.
v - v - v / - v v - v - - Veränderung der Versform bei Nachahmern Klopstocks v - v - - / - v v - v - 11- Erfolg mit der Odenform bei einem großem Publikum hatte vor allem August Graf von Platen - Goethe und Schiller sahen ganz von der Odenform ab - Verwendung des Versmaßes auch bei Hölderlin, Mörike, Heym (An den Schnittlauch) u.a. Friedrich Hölderlin An die Parzen Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! Und einen Herbst zu reifem Gesange mir, Daß williger mein Herz, vom süßen Spiele gesättiget, dann mir sterbe. Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht; Doch ist mir einest das Heil'ge, das am Herzen mir liegt, das Gedicht gelungen; Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel Mich nicht hinabgeleitet; Einmal Lebt' ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht. |