Sonderausstellungen
Im Licht des Südens
Die großen Wege unserer Kultur sind heute von einer
beeindruckenden Geschwindigkeit in den weiten Räumen einer
globalisierten Welt bestimmt. Dagegen waren die Wege der alten Welt geprägt vom
langsamen Tempo der Füße, der Hufe, der Räder, der Karren und Schiffe,
die vor dem Wind segelten.
Die Wege der Kulturen waren die Wege von Rohstoffen, von
Wissen, von Lebensstilen, und den daraus erwachsenden magischen und
religiösen Überzeugungen. Sie spiegelten sich in der Bekleidung und dem
Schmuck, in Arbeits- und Kriegsgerät, in den Wohnstätten und Tempeln
wider, im Essen und Trinken, in Sitten, Gesten, Symbolen, Bildern und
Worten.
Es sind die „Begegnungen und Auseinandersetzungen
der Kulturen“, die in der Antike wie auch heute noch das Denken und
Verhalten beeinflussen, die Misstrauen und Ängste schüren, aber auch
Neugier und Interesse wecken.
Die neue große Sonderausstellung der Archäologischen
Staatssammlung widmet sich diesen Begegnungen und dem Kulturtransfer
zwischen dem Mittelmeerraum und Zentraleuropa von der Steinzeit bis in
die Zeit der Römer und stellt dazu über 500 einzigartige Exponate aus
den berühmtesten Museen Italiens erstmalig prominenten Objekten aus den
großen nordalpinen Museen gegenüber.
Der Begleitband zur Ausstellung mit zahlreichen farbigen Abbildungen erscheint pünktlich zu Ausstellungsbeginn.
Das Begleitprogramm bietet Veranstaltungen für Schulklassen und Familien.
Führungen und Infos: Telefon 089/21124-02
„schrumpfendes HOLZ, wachsendes EISEN" –
Archäologisches Holz und Eisen gehören zu den am
schwierigsten zu konservierenden Materialien: Während sie im Boden
mitunter Jahrtausende überdauert haben, beginnen sie häufig
sofort nach der Bergung zu zerfallen.
Diese besondere Problematik wurde im Rahmen des Forschungsprogramms KUR
von der Archäologischen Staatssammlung München in
Zusammenarbeit mit dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz
und anderen Projektpartnern untersucht.
Die Ausstellung „schrumpfendes Holz, wachsendes Eisen“
stellt nun erstmalig die Problematik um die archäologischen
Materialien Holz und Eisen sowie die verschiedenen
Lösungsansätze, die im Projekt behandelt wurden, auch
für Laien verständlich vor. Dabei werden nicht nur gut
konservierte Objekte zu sehen sein, sondern gezielt auch Stücke
gezeigt, die weniger unter dem Zahn der Zeit als eher unter
mangelhafter Lagerung gelitten haben. Neben den archäologischen
Funden sind ebenso Pulverproben und Holzprobekörper ausgestellt,
die in den Experimenten untersucht wurden. Sie erzählen aus dem
Projektalltag und beleuchten die anspruchsvolle naturwissenschaftliche
Seite der Restaurierung.
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