Zeitgenössische Darstellung des vom Vernagtferner gestauten Rofener Eissees

Tinten- und Aquarellzeichnung
Eiswall und See 1601

Die Darstellung des Rofener Eissees ist die älteste bekannte Darstellung eines alpinen Gletschers. Sie stammt wahrscheinlich von Abraham Jäger, (ca. 1601-1620). Wiedergegeben wird der von der bis in das Rofental reichende Zunge des Vernagtferners aufgestaute Rofener Eissee, wie er sich im Juli 1601 mit einer Seespiegelhöhe von 2260 m zeigte. Er erstreckte sich über 1,7x0.4 km und hatte ein Volumen von 11 Millionen m3. (Orginal im Tiroler Landesmuseum, Innsbruck, hier Wiedergabe nach der Zeitschrift f. Gletscherkunde und Glazialgeologie 26/2, 1990)

Der Rofener Eissee 1601

Gurgler See,

Das frühe wissenschaftliche Interesse am Vernagtferner ist mit der zeitweiligen Existenz des Rofener Eissees unmittelbar verbunden. Dessen immer wiederkehrende Ausbrüche hatten teilweise katastrophale Folgen für die Ansiedlungen im hinteren Ötztal. Das Bild zeigt die Landschaft eher phantasievoll, dennoch sind einige Details, wie etwa die auf dem See schwimmenden Eisberge, korrekt wiedergegeben. Tatsächlich dürfte der See ähnlich ausgesehen haben wie der Gurgler Eissee auf der nebenstehenden (eingefärbten) Daguerrotypie von 1846.