Die Strahlungsbilanz

Die Strahlungsbilanz SB ist der bedeutenste Term der Energiebilanzgleichung einer Gletscheroberfläche. Sie setzt sich aus dem kurzwelligen Anteil (SBK) und dem langwelligen Anteil (SBL) wie folgt zusammen:

Formel

Um die Strahlungsbilanz im Tagesverlauf korrekt zu bestimmen, müssen alle oben aufgeführten Größen direkt gemessen werden. Im einzelnen sind dies die Strahlungsbilanz selbst, die Globalstrahlung, die Albedo, die langwellige atmosphärische Gegenstrahlung und die Oberflächentemperatur des Eises. Alle diese Komponenten wurden während HyMEX98 am Strahlungsmast gemessen.

Strahlb.gif

Die Abbildung oben zeigt den Tagesgang der Strahlungsbilanzkomponenten und die Strahlungsbilanz selbst als 30-minütige Mittelwerte. Der 9.8.1998 war ein wolkenloser Strahlungstag. Man erkennt die typische Änderung der Albedo (Verhältnis zwischen der reflektierten und der einfallenden kurzwelligen Strahlung) im Tagesverlauf mit dem Sonnenstand. Je höher die Sonne steht, desto dunkler erscheint das Eis und desto mehr Strahlungsenergie wird absorbiert. Im Gegensatz zu frisch gefallenem Schnee (ca. 0,9) ist die Albedo der Eisoberfläche mit Werten von 0,2 bis 0,3 eher niedrig und entspricht damit in etwa denen einer vegetationsbedeckten Landoberfläche.

Die atmosphärische Gegenstrahlung zeigt ebenfalls einen Tagesgang, der in diesem Fall primär durch die Variation des Feuchtegehalts der Atmosphäre erzeugt wird.