Bild 7: Zelt mit Datenerfassung und Elektronik für die Turbulenzmeßeinrichtung

Turbulenzzelt
Aufnahmedatum: 9.8.1998                     Foto: M. Weber, KfG (C) 1998

Das Zubehör für die Turbulenzmeßanlage ES93-Solent ist so umfangreich, daß es in einem Igluzelt allein nicht untergebracht werden kann. Die Datenerfassung besteht primär aus einem PC-System, welches nicht nur der Datenaufzeichnung dient, sondern auch eine Echtzeit-Vorauswertung der Windmessung zur Steuerung des Rotorsystems durchführt, das die  optimale Ausrichtung des Meßkopfes in die aktuelle Windrichtung gewährleistet.

Eddykorrelations (oder Kovarianzmessungen) sind mit einem relativ  hohen Datenfluß verbunden und erfordern daher möglichst viele parallel arbeitende dezentrale Auswertesysteme zur Entlastung des Hauptrechnersystems. Das ES93 (Eddykorrelationsmeßsystem Vers. 1993) wurde am Meteorologischen Institut der Universität München im Rahmen der SANA-Untersuchungen zur Deposition gasförmiger Spurengase entwickelt. Es ist eine Weiterentwicklung des bewährten ES89-Systems, das aber primär für das Ultraschallanemometer der Firma Kaijo Denki  ausgelegt war. Dieses Instrument ist aber auf Grund seiner Abmessungen und Meßrate erst in Meßhöhen oberhalb 5 m sinnvoll einsetzbar, kann also die Besonderheiten der Gletscherwindschicht nur unzureichend erfassen.

1994 wurde das System auch an den Sensor von Solent-Research angepaßt, der für Messungen in der Gletscherwindschicht besser geeignet ist. Näheres zu diesem Meßgerät und den weiteren Sensoren am Turbulenzmast in den Erläuterungen zu Bild Nr.9. Das Solent-Anemometer enthält außerdem eine Digitalisiereinheit für analoge Zusatzsignale (speziell das UV-Hygrometer, Inklinometerdaten sowie das Strahlungsthermometer am Strahlungsmast), die dadurch mit einer Digitalisierungstiefe von 12 Bit und ca. 10 Hz synchron  zu den Wind- und Temperaturmessungen erfaßt werden können. Es organisiert ferner die Datenübertragung  über eine serielle RS232-Leitung. Die generelle Abtastrate des Systems beträgt 20.82 Hz. Bei insgesamt 10 Meßkanälen  fallen damit 208 Meßwerte pro Sekunde an, die zunächst in Blöcken bis zu maximal 20 Sekunden im Gerät zwischengespeichert und auf Anforderung des Erfassungsprogramms in den Rechner übertragen werden. Dort werden die Daten einer Vorauswertung unterzogen und auf Festplatte bzw. Wechselmedien gespeichert.

Die Auswerteeinheiten der Meßgeräte befinden sich geschützt in der großen Zargeskiste auf der rechten Seite. Es handelt sich dabei neben der digitalen Rotorsteuerung und der integrierten Auswerteeinheit für die Inklinometer unter anderem um die Anschlußplatinen mit elektronischen Vorfiltern für die Analogsignale und die Stromversorgung.