
Bild 5: Stromgenerator der Energiebilanzstation

Eine wichtige Vorraussetzung zur Durchführung des Experimentes ist die Gewährleistung einer störungsfreien Stromversorgung der Anlage. Der Energiebedarf der Station ist wegen der vielfältigen Verbraucher, angefangen von Computern und Steuerelektronik bis zu Antennenrotoren und Thermometerlüftern, verhältnismäßig hoch. Der Betrieb der Meßeinrichtung erforderte eine Dauerleistung von 700 bis 1000 W (Wechselstrom 230V). Diese kann weder aus Batterien, noch durch regenerative Stromerzeuger, wie beispielsweise Solaranlagen, rund um die Uhr bereitgestellt werden. Deshalb wurde ein Honda-Aggregat aus dem Fundus des Meteorogischen Instituts der Universität München mit einer Nennleistung von 1200 W (auf Meeresniveau) eingesetzt, das tagelang ohne Unterbrechung zuverlässig laufen mußte.
Dieses Aggregat kann alternativ mit Benzin oder mit Flüssiggas betrieben werden. Bei den auf dem Gletscher herrschenden Temperaturverhältnissen kommt jedoch der Gasbetrieb nicht in Frage. Unter diesen Umweltbedingungen ist Benzin wesentlich unproblematischer handzuhaben. Der Verbrauch war mit ca. 1 l/h erfreulicherweise so niedrig, daß nur zweimal am Tag nachgetankt werden mußte. Deshalb mußte kein Betreuungspersonal an der Station auf dem Gletscher übernachten, was einerseits eine zusätzliche Gefährdung bedeutet, andererseits auch zusätzliche Infrastruktur ( Beleuchtung, Zelte) erfordert hätte.
Ein Problem besteht lediglich darin, daß das mit einem Viertaktmotor ausgerüstete Aggregat absolut waagrecht betrieben werden muß, um die Ölschmierung zu gewährleisten. Dies ist aber unter den Bedingungen von ständiger Wärmeentwicklung und Vibrationen des Gerätes außerordentlich schwierig. Deshalb wurde der Generator auf einem Holzpodest betrieben, welches ähnlich wie die Masten auf vier in das Eis versenkte Rohre gelagert wurde und damit nachjustiert werden konnte. Zwar mußte die Ausrichtung mehrmals am Tag korrigiert werden, aber die Horizontierung ließ sich auf diese Weise doch ständig innerhalb der Toleranzschwelle halten. Die Anlage lief mit nur einer kurzen, auf Ölmangel beruhenden Unterbrechung tagelang problemlos durch. Der auf dem Bild auf der linken Seite erkennbare Ersatzgenerator mußte nicht verwendet werden.