Bild 2: Standort der HyMEX98 -Energiebilanzstation

Die schwarzweiße Luftaufnahme zeigt den mittleren Teil des Vernagtferners (Taschjochbereich) im September 1997. Das Kreuz markiert die Stelle, an der die temporäre HYMEX98- Energiebilanzstation in der Zeit vom 5.8.98 bis zum 13.8.98 errichtet und betrieben wurde.
Der markante Gipfel rechts ist der Hintere Brochkogel, mit 3633 m NN der höchste Punkt des Einzugsgebietes. Links davon ist die etwas niedrigere Kuppe der Petersenspitze ( 3482 m NN) und deren nach Süden weisender Felsgrat zu erkennen. Nach Norden fällt der Kamm steil zum Taschachferner (am oberen Bildrand ) ab. Ganz links ist gerade noch das Taschachjoch ( 3235 m NN) auszumachen, rechts davon der Einschnitt des höher gelegenen Taschachhochjochs (3354 m NN). Am tiefsten in das Gletschervorfeld reicht die völlig apere Schwarzwandzunge (ganz links), die inzwischen deutlich von der Hauptzunge (mitte) und der Schwarzkögelezunge (rechts) getrennt ist. Auf dem Schwarzkögele (3075 m NN), dem kleinen Felsbuckel in der Mitte am unteren Bildrand, wird ganzjährig eine Klimastation betrieben.
Der Standort der HyMEX98-Energiebilanzstation lag am Rand des eher flacheren Teils des Gletschers auf 3045 m Meereshöhe. Die Entfernung zur Kammlinie betrug etwas mehr als einen Kilometer. Zum Zeitpunkt des Experiments reichte der apere Teil des Gletschers wesentlich weiter hinauf als auf der Luftaufnahme oben. Die Schneegrenze verlief im August 1998 auf ca. 3250 m NN. Die Gefällerichtung des oberhalb der Station gelegenen kesselartigen und relativ homogenen Geländes begünstigt ein katabatisches Abfließen der eisnahen Luft (Gletscherwind) aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen. Die Messungen an der Station sind daher überwiegend für den mittleren und oberen Teil des Gletschers repräsentativ. Über der sich aufsteilenden Gletscherzunge wird die Strömung jedoch weiter beschleunigt und dabei der Turbulenzgrad weiter erhöht. Dieser Bereich soll im Rahmen der Untersuchung HyMEX99 vermessen werden.