Amos

Lineare strukturelle Beziehungen, Pfadanalyse, Kausalitätsanalyse in der Tradition von Jöreskog mit benutzerfreundlicher, anschaulicher Bedienungsoberfläche

Amos

Das Programm Amos realisiert strukturelles Modellieren in der Tradition von Jöreskog, dessen Programm LISREL (LInear Structural RELationships) seit einem Vierteljahrhundert das Zug- und Arbeitspferd auf diesem Gebiet war. Dieser Ansatz hat sich vor allem bei der Untersuchung von Kausalitätsmodellen einen Namen gemacht, schließt aber auch eine Reihe von konventionellen, linearen Modellen ein, wie zum Beispiel Pfadanalyse, Faktorenanalyse oder das verallgemeinerte lineare Modell (und damit auch verschiedene varianz- und kovarianzanalytische Modelle). Das Programm ist als Zusatzmodul als Teil der SPSS-Campuslizenz des LRZ erhältlich.

Strukturelles Modellieren hat den Ruf, ein besonders schwieriges Verfahren zu sein, das nur von einigen wenigen Supergurus verstanden und angewendet werden kann. Daß dieser Eindruck falsch ist, wird am Beispiel von AMOS mit seiner benutzerfreundlichen Bedienungsoberfläche besonders deutlich. Nichtsdestotrotz: Der Umgang vor allem mit den Ergebnissen des Programms setzt einiges an statistischem und linear-algebraischem Wissen voraus. Wer dieses Wissen nicht besitzt, sollte also trotz der leichten Handhabung doch einen Spezialisten konsultieren.

Amos unterstützt zwei Arten von Steuerung: Eine benutzerfreundliche, grafische Oberfläche; und eine fast genauso intuitiv einfache Steuerung durch Kommandos.

Vor allem im Vergleich zu einigen Konkurrenzprodukten fällt die grafische Variante durch ihre anschauliche Bedienung auf. Mit einfachen und flexiblen Werkzeugen kann eine publikationsreife grasfische Darstellung des zu untersuchenden Modells erstellt werden, die gleichzeitig zur Steuerung des Programms dient. Folgendes Beispiel beschreibt ein klassisches Regressionsmodell:

Amos grafische Eingabe

Die (viereckig dargestellten) beobachteten Variablen-die Schulnoten Mathe, Deutsch und Englisch-werden als Prädiktoren für die von Schülern erwarteten Chancen im künftigen Berufsleben festgelegt. Geschätzt werden zunächst die Kovarianzen (dargestellt durch die zweiköpfigen, gebogenen Pfeile) zwischen diesen Noten sowie die Regressionskoeffizienten (einköpfige, gerade Pfeile) der drei Noten auf die Variable "Chancen". Die übliche Annahme zur Fehlervarianz wird durch die nichtbeobachtete (elliptisch dargestellte) Variable "error" und dem festgelegten Parameterwert "1" realisiert.

Zusätzlich stehen viele Optionen zur Auswahl: In diesem Beispiel wurden so auch standardisierte Versionen der geschätzten Parameter verlangt: Korrelationskoeffizienten und Beta-Koeffizienten. Die Ergebnisse werden auch anhand dieser Eingabegrafik präsentiert, können aber bei Bedarf nachbearbeitet werden.

Amos grafische Ausgabe

Diese Ergebnisgrafik enthält, neben der jeweiligen Linie, die geschätzten standardisierten Parameter: Korrelationen zwischen den beobachteten Schulnoten und Regressionskoeffizienten dieser Noten auf die erwarteten Berufschancen-die Kinder scheinen in diesem (simulierten) Fall ihre Berufschancen als hauptsächlich von ihrer Beherrschung der englischen Sprache abhängig zu bewerten. Weitere Statistiken (Standardfehler der Schätzungen u.v.a.m.) werden in eine Textausgabedatei geschrieben; viele zusätzliche Informationen können auch in der Ergebnisgrafik eingebaut werden.

Modelle können auch anhand von in einer Variante von Basic eingebetteten Steuerbefehlen beschrieben werden.

Mehrere Schätzungsverfahren (vor allem natürlich auch "maximum likelihood") stehen zur Auswahl.

Das Programm besitzt bequeme Schnittstellen zu SPSS, Access, dBase und Foxpro: Im Beispiel wurde eine SPSS-Systemdatei ausgewählt, aus der Amos automatisch die Variablen mit den Namen "mathe", "deutsch", "englisch" und "chancen" las.

User Guide

http://support.spss.com/ProductsExt/Amos/Documentation/6.0/Amos 6.0 Users Guide.pdf