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kommt nochMSC/PATRAN
MSC/Patran ist ein Prä- und Postprozessor für verschiedene Finite-Elemente-Pakete. Er ermöglicht die Modellierung, Erzeugung von Eingabedatensätzen und Ergebnisvisualisierung.
Inhalt
- Programmversion und Plattform
- Allgemeines
- Informationen zum Aufruf von MSC.Patran an LRZ-Systemen
- Arbeiten mit MSC.Patran
- Modell-Analyse
- Dokumentation und Beispiele
- Troubleshooting
- Betreuung
Warnung! Für die derzeit auf LRZ-Systemen installierte Version von MSC.Patran fordert der Hersteller als Betriebssystem Red Hat. Die Remote-Visualisierungs-Server im LRZ laufen aber unter SuSE Linux. Daher ist unsere Installation offiziell nicht durch die MSC-Hotline unterstützt! Benutzer sollten sich auf einige Fehlermeldungen beim Aufruf und Beenden von MSC.Patran einstellen und akzeptieren, dass es bei auftretenden Problemen evtl. keine Abhilfe gibt. Rudimentäre Tests verliefen aber im wesentlichen positiv, so dass wir MSC.Patran dennoch zur Verfügung stellen, vor allem in Hinblick darauf, dass MSC an einer SuSE-kompatiblen Version arbeitet.
Programmversion und Plattform
- Hersteller:
- MSC Software
- Version:
- Patran 2008r2
- Rechner und Betriebssysteme:
- Windows, Linux
Allgemeines
Beschreibung
MSC.Patran ist ein interaktives Programmsystem für das rechnerunterstützte Entwerfen und Berechnen mechanischer Bauteile. Eingabedaten für komplexe Berechnungsprogramme könnten damit schneller, einfacher und weniger fehlerbehaftet erstellt werden. Anwendungsschwerpunkte sind dabei die Volumenkörpermodellierung und vor allem die Finite-Elemente-Analyse. Weiterhin ist an die Gittererstellung für Finite-Differenzen-Verfahren u.ä. zu denken.
Die Software besteht aus:
- einem Präprozessor zum Erstellen von Modellgeometrie und Finite-Elemente-Modell
- Übersetzer zu Analysepaketen
- einem Postprozessor für die Visualisierung und Auswertung von Analyseergebnissen
Über eine graphische Benutzeroberfläche (oder entsprechende Befehle in einer eigenen Kommandosprache) wird die Geometrie eines Bauteiles mathematisch beschrieben und in einer Datenbank abgespeichert. Bauteileigenschaften, wie z.B. Volumen, Schwerpunkt, Trägheitsachsen und -momente, sowie das Gewicht bei Angabe des verwendeten Materials können von MSC.Patran berechnet werden.
Zur Verformungs-, Spannungs- oder Schwingungsberechnung sowie für thermische Analysen können Last- und Randbedingungen in MSC.Patran formuliert werden. Aufbauend auf der geometrischen Beschreibung, die ja als analytisches Modell vorliegt, wird das Bauteil in Finite Elemente unterteilt und die entsprechenden Eingabesequenzen für ein Analyse-Programm (z.B. MSC.Nastran, Marc, Abaqus, ANSYS ... ) erstellt (PREprocessing). Eine Veränderung des Finite-Elemente-Netzes (z.B. Verfeinerung) kann später ohne Veränderung der geometrischen Beschreibung erfolgen.
Last- und Randbedingungen sowie Material- und Elementeigenschaften können direkt der Geometrie zugeordnet werden, und werden dann auch bei einer nachträglichen Änderung des FE-Modells, z.B. Verfeinerung, beibehalten.
Nach dem Analyselauf kann MSC.Patran die Ergebniswerte einlesen und gestattet eine komfortable Ergebnisdarstellung am Bildschirm in vielfältiger Form (POSTprocessing):
- farbliche Differenzierung der (verformten) Bauteile
- Kontur-Plots auf den Bauteiloberflächen
- Bewegungsabläufe der Hauptschwingungsformen
- Schnitte durch ein Bauteil
- anschauliche Darstellung des Bauteils durch "Solid Shading"
- "Fringe Plots" (Ergebnisdarstellung durch Farbflächen)
Konfiguration am LRZ
Das LRZ verfügt derzeit über 4 sog. Floating Lizenzen für MSC.Patran, d.h. es kann an wechselnden Arbeitsplätzen mit MSC.Patran gearbeitet werden, jedoch nur 4 Benutzer gleichzeitig. Über diese Anzahl hinausgehende Lizenzanforderungen werden abgewiesen, man erhält eine dementsprechende Fehlermeldung. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, um mit MSC.Patran zu arbeiten:
- Installation auf insitutseigenen Rechnern, wobei der Benutzer die Floating-Lizenzen aus dem LRZ nutzt, während er auf dem Rechner in seinem Büro arbeitet.
Zugang zu den Floating-Lizenzen im LRZ und die notwendigen Informationen zum Download der Software erhalten Sie, wenn Sie das Formular bezug.pdf ausgefüllt und unterschrieben an die auf dem Formular vermerkte Adresse im LRZ senden. - Aufruf an einem Server im LRZ. MSC.Patran ist derzeit auf den Remote-Visualisierungssystemen rvs1 und gvs1 sowie am Linux-Cluster installiert. Man benötigt eine Kennung am entsprechenden System und muss darüberhinaus der Unix-Gruppe patran zugeordnet werden. Letzteres ist notwendig, um den Zugriff auf MSC.Patran sicher auf den vertraglich vereinbarten Benutzerkreis zu beschränken. Die Gruppeneintragung kann z.B. durch eine Meldung an den LRZ-Servicedesk über http://servicedesk.lrz-muenchen.de beantragt werden. Bitte vergessen Sie nicht anzugeben, auf welchen Systemen Sie mit Patran arbeiten möchten.
Benutzerkreis
Der Benutzerkreis ist vertraglich eingeschränkt: MSC.Patran darf nur für Aufgaben aus dem Bereich der Forschung und Lehre an Instituten der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, der Münchner Universitäten und der Fachhochschule eingesetzt werden. Die gesetzlichen und vertraglichen Außenhandels- und Ausfuhrbestimmungen sind zu beachten.
Informationen zum Aufruf von MSC.Patran an LRZ-Systemen
Vorbereitungen
Die Rechner rvs1 und gvs1 sind Remote-Visualisierungs-Systeme. Der Anwender kann sich die Ausstattung dieser Server mit High-End-Graphikkarten zunutze machen und alle Operationen im Zusammenhang mit 3D-Darstellungen auf dem Server durchführen lassen. Die Graphik-Ausgabe wird dann komprimiert und an den Arbeitsplatz geschickt, was ein Arbeiten wie an einer bestens ausgerüsteten Graphik-Workstation erlaubt. Dazu sind aber einige kleine Vorbereitungen notwendig, die in http://www.lrz-muenchen.de/services/compute/visualisation/ beschrieben sind.
Kommandos zum Aufruf
Nach den entsprechenden Vorbereitungen erfolgt der Aufruf von MSC.Patran folgendermaßen:
am Rechner rvs1:
/usr/local/qscripts/RUN.patran
an gvs1:
/lrz/sys/visualization/qscripts/RUN.patran
am Linux-Cluster:
Prinzipiell ist es möglich, MSC.Patran an denjenigen Interaktiv-Knoten des Linux-Clusters aufzurufen, die keine Itanium-Prozessoren haben. Man arbeitet dann aber ohne Graphik-Unterstützung mit Software-Rendering, was nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist. Trotzdem hier die Kommandos zum Aufruf:
module load patran
p3
Aufrufoptionen
Einige praktische Aufrufoptionen an den oben genannten Rechnern, die es aber nicht in der gleichen Form bei Windows-Installationen gibt, sind:
- -sfp <session_file_name>
- nach dem Start wird das angegebene session file abgearbeitet (zum Begriff session file s.u.)
- -sfr <record_file_name>
- Festlegung eines Namens für das session file (Voreinstellung: patran.ses)
- -hl <nr_of_lines_of_history>
- Länge des History-Fensters, in dem die letzten abgesetzten Befehle angezeigt werden
Statusanzeige von MSC.Patran
Während einer Sitzung zeigt ein farbiges Rechteck (sog. "Heartbeat") rechts oben im Hauptmenü den augenblicklichen Zustand von MSC.Patran an:
grün: Eingaben werden erwartetblau blinkend: in Aktion (durch den Knopf mit dem Handsymbol abbrechbar)
rot blinkend: in Aktion (nicht abbrechbar)
Filenamen
Im Laufe einer MSC.Patran-Sitzung entstehen Dateien, die der Benutzer nicht explizit anlegt. Manche davon werden pro Sitzung neu erzeugt, erkenntlich durch die angehängte laufende Nummer, z.B.
patran.ses.22 , patran.ses.23 , ...
jobname.msg.03 , jobname.msg.04 ...
Die wichtigsten Dateien im Zusammenhang mit MSC.Patran sind:
- <jobname>.db - "Database".
- Diese Binärdatei enthält alle wichtigen Modelldaten und Ergebnisse, die im Lauf einer MSC.Patran- Sitzung erzeugt oder importiert wurden, also: Geometrie, FE-Modell, Last- und Randbedingungen, Lastfälle, Materialdefinitionen, Elementeigenschaften, Voreinstellungen, Ergebnisse
- patran.ses.<n> - "Session File".
- Protokoll der letzten Sitzung. Durch das Anlegen immer neuer Protokolldateien wird der Inhalt des Arbeitsverzeichnisses schnell unübersichtlich. Ältere Versionen können gelöscht werden.
- <jobname>.db.jou - "Journal File".
- Enthält alle Kommandos (evtl. aus mehreren Sitzungen), die zum Aufbau der Database <jobname>.db führten. Dies kann ggf. zur Rekonstruktion einer Database verwendet werden. (Menüpunkt "Rebuild " im Menü "File --> Utilities ")
- settings.pcl
- enthält allgemeine Einstellungen zu MSC.Patran. Wenn noch keine solche Datei im aktuellen Verzeichnis vorhanden ist, wird die Datei aus der Installation kopiert. Der Benutzer könnte diese dann mit eigenen Einstellungen versehen.
Anlegen eines neuen Modells
Wenn zu Beginn der Sitzung über File -> New eine neue Database erstellt wird, kopiert MSC.Patran dazu eine Muster-Database namens template.db unter dem gewählten Database-Namen ins aktuelle Verzeichnis Sie enthält natürlich keine Modelldaten, ist aber mit Definitionen für die Übersetzung in alle von MSC.Patran unterstützten Analysis Codes präpariert. Ist von vornherein bekannt, daß nur ein bestimmtes Analyse-Paket zum Einsatz kommt und möchte man nur dessen Definitionen in seiner Database haben (z.B. um die Database kleiner zu halten), so kann man sich ein auf diesen Fall angepasstes Template erstellen, indem man über den Menüpunkt Change Template die Muster-Database base.db wählt und die entsprechenden Definitionen nachlädt. Siehe dazu die Originaldokumentation (Stichwort "customized template database")
Vor der Modellierung sollte sich der Benutzer für eine Analyse-Software entscheiden. (Das entsprechende Formular erscheint nach Voreinstellung beim Eröffnen einer neuen Datenbasis.) Ändert man später die Präferenz, so werden die bis dahin eingegebenen Informationen bezüglich des Analyse-Modells (z.B. Element- und Materialeigenschaften) so weit wie möglich beibehalten und "übersetzt", man muss aber bei Optionen, die es in einem der Analyse-Pakete nicht gibt, mit einem Datenverlust rechnen,.
Einlesen von vorhandenen Modellen
Modelle aus Vorgängerversionen von MSC.PatranEine Database, die mit einer älteren Version von MSC.Patran erzeugt wurde, kann i.d.R. eingelesen werden und wird dabei automatisch einem Upgrade unterzogen. Es empfiehlt sich, vorher eine Sicherheitskopie anzulegen, für den Fall, daß es während des Upgrades zu Problemen kommt. Danach ist die Database nicht mehr mit älteren Programmversionen verwendbar !
Database-Dateien, die mit Version 6.x oder noch älter erzeugt wurden, sind mit der im LRZ verwendeten MSC.Patran-Version nicht mehr einlesbar.
Database-Austausch zwischen RechnerplattformenEine Database die unter Linux erzeugt wurde, kann auch unter Windows-Systemen in MSC.Patran eingelesen werden, und umgekehrt. Anders sieht es bei einem Austausch von Patran-Daten von Intel-basierten Plattformen mit Systemen unter HP-UX, IBM AIX oder SUN Solaris aus. Hier ist eine Konvertierung notwendig. Am besten informiert man sich in der Originaldokumentation über das Kommando dbport.
Voreinstellungen - Gestaltung der Benutzeroberfläche
Bei jedem Aufruf von MSC.Patran wird eine Reihe von Dateien in der PATRAN-spezifischen Programmiersprache PCL gelesen, über die Voreinstellungen getroffen werden. Um ihre Existenz braucht sich der Benutzer nur zu kümmern, wenn er diese Einstellungen ändern will. Es sind dies:
- settings.pcl
- Diese Datei wird zuerst im aktuellen Directory und danach im Home-Directory des Benutzers gesucht, zuletzt im Installationsdirectory, wo auf jeden Fall eine Version dieser Datei als Default vorhanden ist. Beim Aufruf von MSC.Patran wird settings.pcl ins aktuelle Verzeichnis kopiert, sofern noch keine solche Datei vorhanden ist, der Benutzer kann dann die Einstellungen ändern. Die Einträge in settings.pcl betreffen z.B. Parameter für die Hardcopy-Erstellung (Randbreite, Farbskala...), Nutzung von Graphik-Hardware der Workstation usw.
- p3prolog.pcl
- Wird als eine der ersten Dateien beim Start von MSC.Patran gelesen und kann vom Benutzer vordefinierte PCL-Variablen und PCL-Funktionen enthalten.
- p3epilog.pcl
- Wird als eine der letzten Dateien beim Start von MSC.Patran gelesen (nicht nach Beendigung der Sitzung, wie der Name vermuten lässt) und enthält Definitionen für eigene Fenster mit Formularen (Widgets).
- Ressourcen
- Auch das Erscheinungsbild der MSC.Patran-Benutzeroberfläche kann nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Dies geschieht wie bei fast allen unter X11 laufenden Anwendungen durch sogenannte Ressourcen. Die Ressourcen werden in Dateien definiert, die man im Verzeichnis $P3_HOME/app-defaults/Patran findet. (Die Variable P3_HOME ist definiert, wenn man zuvor module load patran aufgerufen hat.)
Für Änderungen kopiert man am besten die Ressourcen-Dateien ins Homedirectory und editiert sie entsprechend. Damit lassen sich z.B. Farben, Fenstergrößen, Fonts etc. verändern.
Arbeiten mit MSC.Patran
Begriffe
Zum Verständnis der Originaldokumentation, die dieser Beitrag übrigens auf keinen Fall ersetzen kann, ist die Kenntnis einiger Begriffe aus der MSC.Patran-Terminologie nützlich:
groupGeometrie- und/oder FE-Elemente eines Modells können in MSC.Patran zu "Gruppen" zusammengefasst werden. Dies dient der Gliederung und erlaubt die selektive Manipulation und Darstellung von Teilen eines Modells. Operationen, die zum Erzeugen, Modifizieren, Löschen und Darstellen einer Gruppe dienen, findet man unter dem Menü "Group". Es ist stets eine Gruppe voreingestellt, der neu erzeugte Objekte angehören, daher empfiehlt es sich, vor der Arbeit an einem neuen Modellierungsabschnitt (z.B. zu Beginn der FE-Modellierung) eine neue Gruppe zu erzeugen und als Default einzustellen.
viewportEin Bildschirmfenster, in dem das Modell oder ein Teil davon (z.B. eine Gruppe) dargestellt wird (die Originaldokumentation bezeichnet dies mit "to post a group to a viewport"). Die Information darüber, welche Gruppe in einem viewport angezeigt wird und mit welchen Darstellungsparametern, wird in der Database vermerkt. Es ist möglich, mehrere viewports auf dem Bildschirm zu haben. Einer davon ist jeweils der "current viewport", auf den sich Änderungen der Darstellungsparameter beziehen. Durch Anklicken der roten Umrandung wird ein viewport aktuell = "current".
Im viewport können Objekte (Knoten, Elemente, Linien, Flächen...) mit der Maus folgendermaßen ausgewählt werden:
- einzelnes Objekt auswählen:
- linke Maustaste
- mehrere Objekte auswählen:
- linke Maustaste + Shift-Taste
- rechteckigen Bereich (bzw. alle darin enthaltenen Objekte) markieren:
- linke Maustaste gedrückt halten und Mauszeiger über den Bildschirm ziehen.
- durch Polygon begrenzten Bereich markieren:
- linke Maustaste + Ctrl-Taste, um die Ecken anzuklicken
Bei nahe beieinanderliegenden Objekten ist es oft schwierig, mit der Maus das richtige anzuklicken, die rechte Maustaste zusammen mit der Shift-Taste erlaubt "cycle picking", d.h. zyklisches Durchlaufen der in Frage kommenden Objekte.
list processorBei vielen Operationen muß eine Liste von vorhandenen Objekten angegeben werden, z.B. zwei Punkte, wenn dazwischen eine Linie gezogen werden soll, mehrere Flächen, wenn den Elementen auf diesen Flächen eine Eigenschaft zugewiesen werden soll usw. Diese Listen arbeitet der sog. "list processor" ab, für den Eingaben auf zwei Arten erzeugt werden können:
- Eintippen der nötigen Objektbezeichnungen und -nummern.
Nachteil: genaue Kenntnis der Nomenklatur der PATRAN-Elemente ist nötig
Vorteil: der list processor versteht auch Konstruktionshinweise für Objekte, die nur als Zwischenschritt in der Konstruktion gebraucht werden - Mit der Maus in die Texteingabezeile klicken, danach können Objekte im Viewport angeklickt werden, deren Namen automatisch im Eingabefeld erscheint.
Die Undo-Funktion
Alle Operationen seit dem letzten - Apply - oder - Ok - Knopfdruck (die Bindestriche sind wichtig!) können durch die Undo -Funktion (Knopf mit einem Radiergummi) rückgängig gemacht werden. Dieser Löschvorgang ist allerdings nur einmal möglich.
Die MSC.Patran-Kommandosprache
MSC.Patran kann auch über die Eingabe von Kommandos gesteuert werden. Im selben Fenster wie die Menüleiste befindet sich auch ein "History Window", in dem die letzten Kommandos (bzw. die Kommandos, die den letzten Aktionen entsprechen) mitprotokolliert werden, und darunter eine Eingabezeile, in der sog. PCL-Kommandos eingegeben werden können.
Das "History Window" zeigt zurückliegende Kommandos (auch bei Mauseingaben). Sie werden gleichzeitig im Session File (siehe Abschnitt Filenamen) mitprotokolliert. Kommentare beginnen dabei mit einem $-Zeichen.
Kommandos im Zusammenhang mit MSC.Patran
Es gibt einige Kommandos, die zu MSC.Patran gehören, die aber außerhalb der graphischen Benutzeroberfläche aufgerufen werden müssen. Um für solche Aufrufe den Kommandosuchpfad richtig zu setzen, gibt man zuvor ein: module load patran
Druckausgabe
Die Erstellung von Ausdrucken erfolgt durch Auswahl von File -> Print... . Dies liefert ein Formular, in dem zuerst der richtige viewport ausgewählt werden muß, wenn mehrere Fenster am Bildschirm sind. Unter Available Printers wählt man dann aus, in welchem Format die Graphik ausgegeben wird, angeboten wird:
- Postscript (für encapsulated postscript s.u.)
- PatranHard
- CGM
- HPGL
- HPGL/2
In den meisten Fällen wird wohl Postscript die richtige Wahl sein. Unter Options kann zusätzlich Encapsulated Postscript gewählt werden. Das Ausgabeformat PatranHard erzeugt eine Hardcopy-Datei in einem Patran-spezifischen Format, die nicht direkt zu einem Ausgabegerät geschickt werden kann. Sie könnte nachträglich noch in Postscript übersetzt werden.
Unter Destination könnte der Name eines von der betreffenden Workstation aus ansteuerbaren Druckers angegeben werden, was natürlich nur bei Institutsinstallationen sinnvoll ist. Besser man spezifiziert unter Options , dass in eine Datei gedruckt werden soll.
Modell-Analyse
Schnittstellen
Zur Analyse eines mit MSC.Patran erstellten Modells sind mehrere Schritte notwendig:
- Übersetzen der Modellbeschreibung in ein Format, das von der Analyse-Software als Eingabe akzeptiert wird.
- Wenn notwendig, Transfer der Eingabedatei zu dem Rechner, auf dem die Analyse-Software zur Verfügung steht.
- Start der Analyse-Software.
- Wenn notwendig, nach Beendigung des Laufs Rücktransport der Ergebnisdaten auf die Workstations, auf denen MSC.Patran läuft.
- Einlesen der Ergebnisse in MSC.Patran und Auswertung über das Menü Results .
Für den ersten und letzten Schritt, sowie für das Einlesen von Modellen aus anderen Modellierungsprogrammen verwendet MSC.Patran Schnittstellen, die z.B. die Problemstellung in das Format eines Finite-Elemente-Solvers übersetzen. Im LRZ sind u.a. folgende Schnittstellen lizenziert:
- Nastran
- Marc
- Ansys
- Abaqus
- Ideas
- Dytran
- Adams
- Catia
Das bedeutet übrigens nicht, dass alle diese Produkte auch im LRZ zur Verfügung stehen. Über die vorhandenen Analyse-Pakete und ihre Besonderheiten informiert man sich am besten über http://www.lrz-muenchen.de/services/software/fem/. Wenn Sie dringend ein anderes Format benötigen, fragen Sie bitte bei den unten genannten Ansprechpartnern im LRZ nach.
Für besondere Fälle gibt es auch ein vom Analyse-Paket unabhängiges ASCII-Format, das sog. Neutral File , das z.B. für eigene Sofware-Entwicklung einfachen Zugriff auf die Database gewährt, das aber leider nicht alle Elemente der Database unterstützt.
Kein automatischer Job-Submit!
In der Originaldokumentation ist die Rede davon, dass alle obigen Schritte von MSC.Patran aus angestoßen werden können. Sie beschreibt als standardmäßiges Vorgehen einen automatischen Job-Submit, der angestoßen wird, indem man im Fenster Analysis die Punkte Action: Analyze und Method: Full Run auswählt, und den Job per Knopfdruck startet. Leider konnte diese bequeme Art des Job-Submits für die LRZ-Installation nicht eingerichtet werden, und zwar aus folgenden Gründen:
- In den meisten Fällen läuft im LRZ das Analyse-Paket nicht auf derselben Plattform wie MSC.Patran. Der Transport der Daten ist aus Sicherheitsgründen meist nicht ohne Eingriffe des Benutzers möglich.
- Die so aus einer MSC.Patran-Sitzung heraus gestarteten Jobs sind immer interaktiv, man könnte also kein evtl. vorhandenes Batch-System nutzen und unterliegt in jedem Fall den Limits für interaktive Anwendungen.
- Die meisten Benutzer nutzen MSC.Patran an institutseigenen Arbeitsplätzen.
Daher werden Analyse-Jobs im LRZ in einem eigenen Arbeitsschritt gestartet und man liest die Ergenisse danach "per Hand" ein. Man wählt dazu in der MSC.Patran-Sitzung im Fenster Analysis folgende Einstellungen
- Action: Analyze
- Method: Analysis Deck
Es findet dann nur eine Übersetzung des Modells in eine Eingabedatei für das entsprechende Analysepaket statt.
Das Einlesen der Ergebnisse in MSC.Patran erfolgt über das Analysis -Fenster mit
- Action: Access Results .
Dokumentation und Beispiele
Die Dokumentation zu MSC.Patran liegt in elektronischer Form vor. Man ruft sie über Help (rechts oben in der Kopfleiste). Dadurch wird die Online-Dokumentation (eine Sammlung von HTML-Dokumenten) in einem HTML-Browser auf den Bildschirm gebracht.
Für die Einarbeitung sind meist Beispiele besonders hilfreich. Man findet ein ausführlich kommentiertes Anwendungsbeispiel, das schrittweise an das Arbeiten mit MSC.Patran heranführt.im Kapitel Introduction des Patran User's Guide (Name des Abschnitts: A Case Study of an Annular Plate). Außerdem lohnt sich ein Blick in die Tutorials, dort findet man ein weiteres Beispiel. Darüberhinaus enhalten auch einige Schnittstellen-Manuale Beispielprobleme.
Troubleshooting
Aufbau von Menüfenstern stoppt
Beim Arbeiten an den Remote-Visualisierungs-Servern des LRZ wurde folgendes Problem beobachtet: Beim Aufruf eines Menüs wie z.B. Geometry, Elements usw. werden die entsprechenden Formularfenster am Bildschirm aufgebaut. Dabei stagniert der Aufbau nach ein oder zwei Zeilen, das Fenster bleibt leer. Der Rest des Auswahlformulars erscheint entweder nach einer unangenehm langen Wartezeit von selbst oder mit einigen Sekunden Verzögerung, sobald man irgendwo auf die Benutzeroberfläche klickt.Das Problem hat vermutlich mit dem Windowmanager zu tun und tritt bevorzugt auf, wenn man KDE als Benutzeroberfläche verwendet. Aber auch der Windowmanager twm führt zu der beobachteten Zeitverzögerung.Abhilfe: Verzichten Sie auf die KDE-Oberfläche und verwenden Sie den Windowmanager mwm. Dazu editieren Sie im Directory $HOME/.vnc die Datei xstartup (oder xstartup.turbovnc falls Sie TurboVNC verwenden). Fügen Sie die Zeile
export WINDOWMANAGER=/usr/X11R6/bin/mwm
Betreuung
Eine intensive inhaltliche Betreuung zur Finite-Elemente-Modellierung kann durch das LRZ leider nicht erfolgen. Mit Fehlermeldungen, Fragen zur technischen Handhabung und Anregungen wenden Sie sich bitte an: Orlando Rivera oder Jutta Dreer