Photoshop und Final Cut Pro

Photoshop und Final Cut Pro

Photoshop-Dateien eignen sich sehr gut, um Videos mit Text oder Grafiken zu versehen. Der Textgenerator von Final Cut Pro (FCP) bietet zwar vielfältige Möglichkeiten zur Textgestaltung, aber es kommt dennoch vor, dass man mit Photoshop erstellten Text in FCP importieren möchte. Außer Text lassen sich natürlich auch beliebige Photoshop-Grafiken in FCP importieren. Da die Ebenen einer Photoshop-Datei in FCP bearbeitet werden können, sind sogar kleine Animationen mit Photoshop möglich.


Photoshop-Dateien in Final Cut Pro importieren

Zunächst ein paar Vorbemerkungen zu Auflösung, Bildgröße und Farbmodus des Photoshop-Dokumentes.

Auflösung
Wenn das Photoshop-Bild in FCP in der Originalgröße dargestellt werden soll, wählt man als Auflösung 72 dpi. Soll das Bild dagegen gezoomt werden, z.B. mit 300%, dann wählt man als Auflösung 3*72 dpi.

Farbmodus
RGB-Farbe

Bildgröße
Computerbildschirme stellen Grafiken mit quadratischen Pixeln dar, während Videomonitore nichtquadratische Pixel verwenden. PAL-Pixel sind z.B. breiter als hoch:

PAL-Pixel:
Photoshop-Pixel:

Dass PAL-Pixel auf einem Computermonitor korrekt dargestellt werden, z.B. im Viewer- und im Canvas-Fenster von FCP, dafür sorgt das Videoschnittprogramm. (Es gibt im Canvas- und im Viewer-Fenster im Einblendmenü Anzeige eine Option, mit der zwischen einer Anzeige mit quadratischen und nicht quadratischen Pixeln gewählt werden kann.) Wie unter Sequenz im Fenster Audio/Video-Voreinstellungen von FCP zu sehen ist, hat ein Frame in FCP 720 x 576 Pixel (bei der Norm CCIR 601/ DV PAL). Wenn man nun in Photoshop eine Datei mit 720 x 576 Pixel erstellt, einen Kreis zeichnet und diese Datei in FCP importiert, sieht der Kreis auf dem Video wie eine Ellipse aus.

Damit ein in Photoshop gezeichneter Kreis auch in FCP wie ein Kreis aussieht, erstellt man zunächst eine Photoshop-Datei mit folgenden Eigenschaften:

Breite: 768 Pixel
Höhe: 576 Pixel
Auflösung: 72 dpi
Modus: RGB-Farbe
Inhalt: Transparent (falls gewünscht)

zeichnet einen Kreis und ändert vor dem Speichern dieser Datei mit Bild: Bildgröße die Anzahl der Pixel:

Breite: 720 Pixel
Höhe: 576 Pixel
Auflösung: 72 dpi
Proportionen erhalten: nicht aktivieren
Bild neu berechnen: aktivieren (Bikubisch)

und importiert diese Photoshop-Datei in FCP. In FCP wird daraus ein Sequenz, die z.B. mit der Videoschnittmethode Überlagern in die Timeline eingefügt werden kann. Die Länge dieser Sequenz, d.h. die Anzahl der Frames, wird in FCP durch die Option Standbilddauer im Fenster Voreinstellungen: Allgemein voreingestellt. Die Dauer kann aber auch nachträglich noch geändert werden.

Beispiel

Der verwendete Video-Codec MPEG-4 erfordert QuickTime Version 6 oder höher. Wegen der benötigten Bandbreite ist eine gute Netzanbindung im Münchner Hochschulnetz oder DSL notwendig.

 

Oberes rotes Rechteck:
Dokument in Photoshop mit 768 x 576 Pixel und transparentem Hintergrund erstellen. Quadrat zeichnen. Vor dem Speichern der Datei die Bildgröße in 720 x 576 ändern.

Unteres rotes Rechteck:
Dokument in Photoshop mit 720 x 576 Pixel und transparentem Hintergrund erstellen. Quadrat zeichnen. Bildgröße nicht ändern.

Beide Dateien mit Ablage: Importieren: Datei in FCP importieren und mit der Schnittmethode Überlagern in das Timeline-Fenster einfügen. Da die Photoshop-Dateien einen transparenten Hintergrund haben, sieht man außerhalb der Rechtecke den ursprünglichen Clip aus der Timeline.


Standbild im Photoshop-Format aus Final Cut Pro erstellen

Positionieren Sie die Abspielposition im Viewer- oder im Canvas-Fenster von FCP auf das gewünschte Frame und wählen Sie dann

Ablage: Exportieren: Quicktime

Im daraufhin erscheinenden Fenster, in dem man den Speicherort für die zu exportierende Datei festlegt, wählen Sie unter Format: die Option Standbild aus und unter Optionen das Format Photoshop. Die restlichen Optionen wie z.B. Bilder pro Sekunde spielen keine Rolle und brauchen deshalb nicht beachtet zu werden.

Zwei Punkte sind jedoch zu beachten:

  1. Da es sich bei einem Videobild eigentlich um eine Kombination von zwei Halbbildern handelt, besteht die Gefahr, dass das Standbild flimmert. Die Qualität des Standbildes wird erheblich verbessert, wenn man

    entweder vor dem Exportieren des Standbildes in FCP den Videofilter
    Effekte: Videofilter: Video: Zeilensprung aufheben

    oder später in Photoshop den Filter
    Filter: Videofilter: De-Interlace

    anwendet.

  2. Wie weiter oben erwähnt, muss eine Grafik, die in FCP importiert werden soll, in der Breite gestaucht werden, damit sie im Video in den natürlichen Proportionen erscheint. Aus dem gleichen Grund muss ein exportiertes Standbildes in der Breite gedehnt werden, damit die Proportionen wieder stimmen.

    Ein exportiertes Bild besteht aus 720 x 576 Pixeln. Mit Bild: Bildgröße kann das Bild in Photoshop auf die Größe von 768 x 576 Pixel gebracht werden.

Beispiele

  Bild ohne Umrechnung der Bildgröße und ohne Anwendung eines Filters. Ein Klick auf das Bild zeigt es in einem separaten Fenster in Originalgröße an.
     
Auf das Bild wurde der Filter Zeilensprung aufheben angewendet und die Bildgröße wurde auf 768 x 576 Pixel geändert.

Ebenen einer Photoshop-Datei in Final Cut Pro bearbeiten

  Das nebenstehende Photoshop-Bild ach.psd besteht aus vier Ebenen und wird in FCP importiert. In FCP werden die einzelnen Ebenen dann noch bearbeitet.
     
  Die Photoshop-Datei ach.psd wird mit Ablage: Importieren: Datei in den Browser von FCP eingefügt. Aus ach.psd wird in FCP automatisch eine Sequenz mit dem Namen ach.psd.
Mit Drag&Drop wird ach.psd ins Canvas-Fenster gezogen und mit der Schnittmethode Überlagern in die Sequenz Sequenz1 eingefügt.
Ein Doppelklick auf die Spur V2 (die ach.psd enthält) der Sequenz Sequenz1 öffnet die Sequenz ach.psd in der Timeline.
     
  Aus den vier Ebenen der PSD-Datei wurden vier Videospuren in der Sequenz ach.psd.
     
  Ein Doppelklick auf die Spur V2 in der Sequenz ach.psd öffnet im Viewer-Fenster Ebene2, in der sich die Figur befindet.

Im Viewer-Fenster öffnet man den Titel Bewegung und steuert mit den Parametern Rotation und Mittelpunkt aus dem Untermenü Bewegung einen Bewegungsablauf der Figur.

     
  Ein Doppelklick auf die Spur V1 in der Sequenz ach.psd öffnet im Viewer-Fenster Achtung!, in der sich der Text "Achtung!" befindet.

Im Viewer-Fenster öffnet man den Titel Bewegung und steuert mit dem Parameter Deckkraft aus dem Untermenü Deckkraft die Sichtbarkeit des Textes "Achtung!".

Nach diesen Vorbereitungen muss die Sequenz noch gerendert werden. Wie die Animation aussieht, können Sie hier gleich sehen. Wie weiter oben bereits erwähnt, erfordert der verwendete Video-Codec QuickTime Version 6 oder höher und wegen der benötigten Bandbreite ist eine gute Netzanbindung im Münchner Hochschulnetz oder DSL notwendig.

 

Hier noch ein weiteres Beispiel: Ein Photoshop-Bild mit einer vertikalen und einer horizontalen Textzeile und einem Kreisrand (insgesamt drei Ebenen) wird in FCP importiert. Mit Bewegung: Skalierung wird der vertikale Text in der Größe verändert, mit Videofilter: Einfärben wird die Farbe des horizontalen Textes geändert, der Kreisrand bleibt unverändert. Den Kreisrand kann man gerade noch erkennen, er ist ca. 5 Pixel breit. Dünnere Linien erzeugen aufgrund der zwei Halbbilder ein unangenehmes Flimmern, deshalb sollte man lieber etwas dickere Linien verwenden. Außerdem sollte man bei den Farben darauf achten, nicht unbedingt total gesättigte Farben (255) zu verwenden, da die Ränder solcher Farbflächen gerne verschwimmen, wie man bei den Beispielen mit den roten Rechtecken sehen kann.