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Einführung in die Benutzung des Archiv- und Backupsystems

Mit dem Programmsystem TSM läßt sich die regelmäßige Sicherung der Dateien auf PCs und Unix-Rechnern automatisieren. Außerdem können ihm größere, selten benutzte Dateien zur Aufbewahrung übergeben werden, die dann lokal gelöscht werden können, um so auf dem eigenen Rechner Platz zu schaffen

Allgemeines

Die Software TSM

Der Tivoli Storage Manager (TSM) ist ein Produkt der Firma IBM, mit dem Dateien zum Zwecke der Sicherung oder der Archivierung auf Medien mit großem Speichervolumen ausgelagert werden können. Aufgabe von TSM ist es dabei nicht nur, diese Transporte zu bewerkstelligen, sondern vor allem, in geeigneten Datenbanken Buch über die ausgelagerten Dateien zu führen, sodass der Endbenutzer sich nicht darum kümmern muss, auf welchen Medien seine Dateien gelandet sind.

Bei TSM handelt es sich um eine Client-/Server-Applikation. Das bedeutet, dass der Rechner, der die Speichermedien verwaltet (der "Server"), nicht derselbe zu sein braucht wie der, von dem die auszulagernden Daten stammen (der "Client"). Am LRZ gibt es mehrere TSM-Server-Rechner, auf denen die Server-Software läuft. Diese Rechner sind für die LRZ-Benutzer nicht direkt zugänglich. Der Zugriff des Benutzer geschieht immer über die Clients.

TSM verwendet ein besonderes Protokoll zwischen Client und Server und damit notwendigerweise auch ein spezielles Softwarepaket am Client. Solche Client-Software ist für die meisten OS-Plattformen verfügbar. Auf dem Server brauchen die einzelnen Benutzer der Clients nicht validiert oder sonst wie bekannt zu sein. Der Server kennt nur die Clients (genauer: die "Nodes", das sind für diesen Zweck konstruierte Verwaltungseinheiten). Die TSM-Software sorgt dafür, dass jeder Benutzer nur auf seine eigenen Dateien zugreifen kann, wenn er nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt hat.

Einsatzbereich von TSM

Mit Hilfe von TSM lassen sich Backup- und Archivierungsaufgaben  lösen:

  • Jeder Benutzer einer Workstation oder eines PCs möchte in der Lage sein, Dateien wiederzuerlangen ("Restauration"), die ihm durch eine Betriebsstörung oder auch aufgrund eigener Unachtsamkeit verloren gegangen sind. Außerdem hat er möglicherweise Dateien, die er länger nicht benötigt oder die für seine Umgebung unhandlich groß sind und die er deswegen auf einem größeren und für ihn billigeren Medium lagern will ("Archivierung").
  • Ein Betreiber institutseigener Server, Workstations oder PCs (ebenso natürlich auch das LRZ selbst als Betreiber von Workstation-Clustern und von Hochleistungsrechnern) möchte regelmäßige Datensicherungen automatisch durchführen lassen, um
    • im Falle von Datenverlusten die Daten auf einem möglichst aktuellen Stand wieder einspielen zu können und
    • individuellen Benutzern die Möglichkeit der selbständigen Restauration von Dateien (wie oben erwähnt) zu geben.

Die Benutzung des Archiv- und Backupsystems ist jedem gestattet, der den Benutzerrichtlinien des LRZ entspricht und sich mit den Richtlinien für die Nutzung des Archiv- und Backupsystems einverstanden erklärt.

Dokumentation

Diese Schrift ist nur als Einstieg in die Nutzung von TSM gedacht. Es gibt eine Reihe von weiterführender Dokumentation:

  • Die vollständige Hersteller-Dokumentation von TSM wird bei der Installation als HTML und/oder PDF-Version auf dem Clientrechner abgelegt und kann auch online abgerufen werden.
  • Die vollständige Dokumentation für alle Plattformen finden Sie auf den TSM Dokumentationsseiten von IBM.
  • Des Weiteren kann eine Direkthilfe mit dem TSM-Kommando "help" auf der Kommandozeile aufgerufen werden. Die entsprechende Funktion ist im Grafischen User Interface unter dem Menüpunkt Hilfe zu finden.
  • Oft kann auch die Rubrik FAQ - Häufig gestellte Fragen weiterhelfen.

Benutzung des TSM-Clients

Die grafische Schnittstelle von TSM

Für fast alle Client-Plattformen gibt es auch die Möglichkeit ein grafisches Interface zu benutzen. Diese Oberfläche ähnelt dem von Windows bekannten "Explorer". Für Unix-Clients ist ein laufender X-Server Voraussetzung. Unter Unix wird die Schnittstelle durch Aufruf des Befehls: dsmj gestartet. Unter Windows durch Doppelklick auf das entsprechende Icon oder Aufruf über das Startmenu.

Da man die Auswahl sowohl der zu archivierenden/sichernden wie auch der zurückzuladenden Dateien mit der Maus treffen kann, ist die Benutzung der grafischen Oberfläche oft bequemer als die Angabe der gewünschten Dateien in der Kommandozeile.

Auf eine detaillierte Beschreibung der Bedienung der weitgehend selbsterklärenden grafischen Schnittstelle wird hier verzichtet. Alle wesentlichen Funktionen sind über entsprechende Kontextmenus erklärt.

Die Kommando-Schnittstelle von TSM

Alle Funktionen von TSM lassen sich aber auch mit Kommandos aufrufen. Sie können deshalb auch von Shells aus direkt bzw. unter Unix in Skripten und unter Windows in Batchdateien verwendet werden. Man kann wahlweise einen der beiden folgenden Modi verwenden:

  • Man verwendet das Shell-Kommando "dsmc" und gibt diesem alle weiteren Angaben als Parameter mit, z.B. (das erste ">" sei der Prompt von der Shell):
     >dsmc query archive "*"
     >
    
  • Man ruft einmal das Kommando "dsmc" ohne Parameter auf und wird dann nach den Subkommandos gefragt, z.B.
     >dsmc
     dsmc> query archive "*"
     dsmc> quit
     >
    

Die beiden Möglichkeiten sehen zwar sehr ähnlich aus, sind es aber nicht: im ersten Fall interpretiert die Shell das Kommando und ersetzt daher Shell-Variable, im zweiten Fall interpretiert dagegen TSM das Kommando und bietet diesen Dienst nicht. In vielen Fällen ist daher die erste Variante bequemer zu benutzen. Deswegen wird sie im folgenden in den Beispielen immer vorausgesetzt. Die zweite Möglichkeit ist dann von Vorteil, wenn sehr viele Kommandos abgesetzt werden sollen, da sonst für jeden Aufruf von "dsmc" eine eigene Verbindung zum Server aufgebaut wird.

Jedes Kommando beginnt mit einem Kommandonamen (im Beispiel oben "query"), manchmal gefolgt von einem Objekt (oben "archive"). Danach können weitere Parameter (z.B. die Namen der zu verarbeitenden Dateien) sowie Optionen folgen; letztere werden im Gegensatz zum Objekt mit einem einleitenden Minuszeichen gekennzeichnet. Kommandoname, Objekt und Optionen können abgekürzt werden; im folgenden werden in dieser Beschreibung, nicht jedoch in den Beispielen, Großbuchstaben für den Teil des Wortes verwendet, der angegeben werden muss. So steht etwa "Query ARchive" für "q ar" oder "que arc", nicht aber für "query a".

Wo Dateinamen gefragt sind, dürfen einfache Wildcards verwendet werden: "*" steht dabei für beliebige Teilstrings (anders als in Unix gibt es dabei keine Sonderregel für Dateinamen, die mit "." beginnen) und "?" für einzelne Zeichen. In diesem Fall ist der ganze Parameter immer mit doppelten Anführungszeichen zu versehen. Anders als in Unix sind Wildcards nur ganz hinten im Dateinamen zulässig, nicht aber in den Namen der Verzeichnisse.

Kommandos für die Archivierung

Archivierung einer Datei

Unter Archivierung versteht man das längerfristige Aufheben einer Datei. Längerfristig heißt jedoch nicht für immer. Es muss Fristen geben, nach deren Ablauf die Daten wieder weggeworfen werden dürfen; beim Archivserver des LRZ beträgt diese Frist per Voreinstellung 10 Jahre. Das LRZ behält sich vor, nach Ablauf dieser Frist

die Dateien zu löschen. Wenn die Aufbewahrungsdauer im Einzelfall für ein Projekt nicht genügt, kann der Zeitraum nach Absprache mit dem LRZ verlängert werden. Die genauen Regelungen sind in den Nutzungsrichtlinien beschrieben.

Eine Datei wird mit folgendem Kommando archiviert:

 Archive -DEscription=beschreibung datei

Beispiel:

 dsmc ar -descr="Statistik Bananenkruemmung 1995" ./banane

Die "Beschreibung" wird mit der archivierten Datei zusammen von TSM festgehalten und in Übersichtslisten angezeigt. Sie kann auch beim Zurückholen der Datei als Auswahlkriterium verwendet werden (die Option wirkt dann als zusätzliches einschränkendes Auswahlkriterium neben dem Muster für den Dateinamen).

Nach der Archivierung existiert die Datei im Ausgangsverzeichnis weiter. Wird dieselbe Datei (mit oder ohne zwischenzeitliche Änderungen) mehrfach archiviert, so existieren auch mehrfache Archivkopien; spätere Archivierungen überschreiben also nicht die früheren. Der Umgang mit solchen Mehrfachkopien gestaltet sich nicht immer ganz einfach, so dass man besser eindeutige Dateinamen verwendet oder, noch viel besser, die obsoleten Kopien löscht.

Anzeige der archivierten Dateien

Einen Überblick über die archivierten Dateien verschafft man sich mit:

 Query ARchive -SUBdir=yes datei

wobei "datei" ein Wildcard-Ausdruck sein darf. Oft wird man "*" wählen, um alle archivierten Dateien angezeigt zu bekommen. Ohne die Option "subdir" bekommt man nur die Dateien im angewählten Verzeichnis, nicht aber in dessen Unterverzeichnissen angezeigt. Außerdem lässt sich die Suche auf ein Zeitintervall beschränken, in dem die Archivdatei angelegt wurde.

Beispiel:

 dsmc q ar -sub=yes -fromdate=1995-03-02 "*" 

Löschen der Archivkopie einer Datei

Die Archivkopie einer Datei wird mit folgenden Kommando gelöscht:

 Delete ARchive datei

wobei "datei" wieder ein Wildcard-Ausdruck sein darf, was hier aber gefährlicher ist, da dann mehrere Dateien gelöscht werden. Man wird zwar gewarnt und gefragt, ob man weitermachen will, allerdings bevor man angezeigt bekommt, was gelöscht wird, wenn man mit "yes" antwortet. Damit ist die Frage wenig sinnvoll.

Man kann aber auch interaktiv arbeiten und sich auflisten lassen, was an Löschkandidaten vorhanden ist. Ansonsten sollte man dieses Kommando nur anwenden, wenn man eine spezielle Datei löschen will und sich sicher ist, z.B.

 dsmc del ar banane

Unter Unix kann man die lästige Frage auch beantworten, ehe sie gestellt wird:

 echo yes | dsmc del ar banane

Achtung: Es können auch mehrere Archivkopien derselben Datei vorhanden sein: dann werden alle gelöscht, wenn man nicht mit den entsprechenden Optionen den Archivierungszeitpunkt bestimmt hat. (Dass das auch bei diesem Kommando geht, ist eine undokumentierte Eigenschaft.)

Zurückholen einer Datei

Eine archivierte Datei (oder auch mehrere, falls der angegebene Dateiname ein Wildcard-Ausdruck ist) wird zurückgeholt mit dem Kommando

 RETrieve -REPlace=yes/no archivdatei zieldatei

Dabei kann "zieldatei" wie beim Unix-Kommando "mv" auch ein Verzeichnis sein. Fehlt dieser Parameter, so wird jede Datei dorthin zurückgeholt, von wo aus sie archiviert wurde. Man erspart sich das Nachdenken darüber, wieviel vom Dateipfad entweder die Shell oder TSM ergänzen muss, wenn man vor der Ausführung dieses Kommandos mittels "cd" in das richtige Verzeichnis geht und dann nur noch Dateinamen statt -pfade verwendet.

Mit "replace" wird gesteuert, ob eine existierende Datei überschrieben wird; fehlt diese Option, so wird beim Benutzer zurückgefragt.

Beispiel: Die oben archivierte Datei wird zurückgeholt mit dem Kommando

 dsmc retr -repl=yes ./banane

Auch hier ist ein interaktives Arbeiten möglich.

Kommandos für die Datensicherung (Backup)

Sicherung von Dateien

In der Regel wird die Datensicherung durch so genannte inkrementelle Backups, die automatisch in festen zeitlichen Abständen ablaufen, durchgeführt. Beim inkrementelle Backup werden alle Dateien eines Filesystems/Laufwerks gesichert, die sich seit dem letzen Backup-Lauf verändert haben. Explizit lässt sich dies durch das Kommando

 Incremental Mountpoint/Laufwerk

erreichen. Beispiel:

 dsmc incr C:

sichert alle seit dem letzten Sicherungslauf geänderten Dateien von Laufwerk C.

Wie man eine regelmäßige automatische Sicherung einrichtet ist unter der Rubrik Anleitung zur Installation des TSM-Clients beschrieben.

Um bestimmte Dateien zu sichern, unabhängig davon, ob sie verändert wurden oder nicht, benutzt man das Kommando

 Sel dateiname

Dabei ist die Angabe der gleichen Optionen zur Angabe der Dateien möglich, wie unter dem Abschnitt Archivierung beschrieben. Beispiel:

 dsmc sel "/home/meier/diplomarbeit/*"

Achtung: Durch wiederholten Aufruf dieses Kommandos werden ältere Versionen der Dateien gewissermaßen überschrieben.

Anzeige der gesicherten Dateien

Die gesicherten Dateien können mit folgendem Kommando angezeigt werden:

 Query Backup -SUBdir=yes [ -INActive ] datei

Die Beschreibung der Anzeige archivierter Dateien gilt sinngemäß genauso, z.B.

 dsmc q bac -sub=yes "*" 

liefert eine Anzeige aller gesicherten Dateien, jedoch nur derjenigen, die noch aktiv sind, d.h. zum Zeitpunkt des letzten Backups noch im Benutzerverzeichnis zu finden, also noch nicht durch den Benutzer gelöscht, waren. Ältere Versionen sieht man nur, wenn die Option "inactive" zusätzlich angegeben wird.

Achtung: Dieses Kommando kann lange dauern und lange Ausgaben produzieren. Hier sollte man also spezifischer fragen, z.B.

 dsmc q bac -ina "ban*" 

womit man alle Versionen aller Dateien im aktuellen Verzeichnis bekommt, deren Namen mit "ban" beginnt.

Löschen von gesicherten Dateien

Das Löschen einzelner, gesicherten Dateien ist im TSM-Konzept nicht vorgesehen. Aus Konsistenz-Gründen werden immer nur gesamte Filesysteme oder Laufwerke gelöscht. Dies geschieht mit dem Kommando

 Del FIlespace Laufwerksname

Achtung: Ist nach Aufruf des Kommandos die Nachfrage, ob wirklich gelöscht werden soll, erst einmal bestätigt, sind die Backupdaten unwiderruflich verloren.

Am LRZ wird per Voreinstellung den einzelnen Node-Administratoren nicht das Recht eingeräumt, Filespaces zu löschen. Die Einstellung kann auf Wunsch des Administrators aber geändert werden.

Wiederherstellung einer gesicherten Datei

Eine gesicherte Datei (oder auch mehrere, falls der angegebene Dateiname ein Wildcard-Ausdruck ist) wird restauriert mit dem Kommando

 REStore -REPlace=yes/no -LAtest backupdatei zieldatei

Die Beschreibung des Zurückholens archivierter Dateien gilt sinngemäß genauso; die dort nicht vorhandene Option "latest" bedeutet, dass die jüngste Version zurückgeladen werden soll, egal, ob sie aktiv ist oder nicht. Mit der Option "ifnewer" kann zudem festgelegt werden, dass die Restauration unterbleiben soll, wenn eine neuere Version im Verzeichnis schon existiert. Es ist auch möglich, ein Zeitintervall anzugeben, in welchem die Sicherung erfolgt sein muss, um so auf ältere Versionen zurückzugehen.

Beispiele:

 dsmc rest -repl=yes -latest .profile

 dsmc rest -repl=no -todate=1995-11-17 .profile

Will man nicht die jüngste Version haben, so wird man allerdings in den meisten Fällen auf die grafische Schnittstelle als bequemste Möglichkeit zurückgreifen oder die interaktive Version des Kommandos wählen, die an anderer Stelle beschrieben ist, wo sich auch Beispiele finden.

Häufig gebrauchte Optionen

Die Optionen "fromdate" und "todate"

Die Kommandos, mit denen man auf archivierte oder gesicherte Dateien zugreift oder sich über sie informiert, lassen sich mit den Optionen "FROMDate" und "TODate" in ihrer Wirkung auf solche Archivkopien bzw. Konserven beschränken, die im spezifizierten Zeitintervall angelegt wurden. Eine exakte "point-in-time"-Restauration lässt sich damit allerdings nicht bewerkstelligen, insbesondere ist für TSM nicht rekonstruierbar, zu welchem Zeitpunkt in der Vergangenheit eine Datei existiert hat, die öfter angelegt und wieder gelöscht wurde.

Achtung: Man überzeuge sich vor der Benutzung eines Kommandos mit der Option "fromdate" oder "todate" davon, dass das betreffende Kommando diese Option tatsächlich unterstützt; sonst kann man böse Überraschungen erleben, welche Dateien betroffen sind.

Die Schreibweise der Datumsangaben ist an anderer Stelle beschrieben.

Die Option "subdir"

Mit der Option "SUBdir" lässt sich steuern, ob in den Fällen, wo anstelle eines Dateinamens ein Verzeichnisname im Kommando steht, damit auch alle Dateien in diesem Verzeichnis und dessen Unterverzeichnissen gemeint sein sollen. Bei Kommandos zur Anzeige archivierter und gesicherter Dateien ist das oft erwünscht, bei Kommandos zum Löschen nicht unbedingt. Deswegen ist auch davon abzuraten, für diese Option eine generelle Voreinstellung von "yes" zu wählen. (Generelle Voreinstellungen von Optionen werden in dieser Schrift nicht erläutert.)

Auch mit der Angabe dieser Option wird nicht beliebig tief in den Verzeichnisbaum hineingegangen; die Suche beschränkt sich jeweils auf einen sog. File Space.

Die Option sieht so aus:

 -subdir=yes

bzw.

 -subdir=no

Optionen für Datums- und Zahlenformate

Mit den Optionen "LANGuage", "DATEformat", "TIMEformat" und "NUMberformat" lässt sich auswählen, welche Sprache verwendet werden soll (dazu ist allerdings die Installation der richtigen Client-Version nötig) und nach welcher Syntax Datums-, Uhrzeit- und Zahlenangaben geschrieben werden. Diese Optionen betreffen sowohl die Ausgabe der "query"-Kommandos als auch das Eingabeformat, z.B. bei der "fromdate"-Option.

Es lassen sich auch generelle Voreinstellungen auf Benutzerebene (wird hier nicht beschrieben) oder für alle Benutzer eines Clients treffen. Es wird dringend empfohlen, dieselbe Voreinstellung für alle Benutzer zu wählen, um Verwechslungen zu vermeiden. Am einfachsten ist es, die Voreinstellung unverändert zu lassen - mit einer wichtigen Ausnahme: Datumsangaben sollten nach der Norm ISO 8601 geschrieben werden, also in der Reihenfolge Jahr-Monat-Tag mit Bindestrichen, z.B. 1995-11-29; das entspricht der Option "-dateformat=3". Die amerikanische Schreibweise mit Schrägstrichen, die sich etwa von der britischen durch Vertauschung von Monat und Tag unterscheidet, ist als zu kryptisch angesehen worden.

Die Option "pick"

Dieser Abschnitt ist schwer verständlich, wenn man sich nicht vorher mit den Kommandos vertraut gemacht hat, bei denen diese Option vorkommen kann.

Bei allen Kommandos, bei denen einzelne archivierte oder gesicherte Dateien ausgewählt werden müssen, also bei "delete archive", "retrieve" und "restore", kann man auch so vorgehen, dass man die zusätzliche Option "PIck" angibt, um aus den Dateien, deren Namen auf das angegebene Muster passt, eine Teilmenge auswählen zu können. Man erhält dann eine Liste dieser Dateien in einer Art Fenster und kann mit Hilfe der unter dem Fenster angegebenen Tasten eine Auswahl treffen. Vorteilhaft ist dabei:

  • Es genügt eine ungefähre Angabe der Dateinamen, die genaue Angabe kann man bei der Auswahl nachholen.
  • Verschiedene Versionen derselben Datei bekommt man als eigene Punkte angeboten und kann so einfach zwischen ihnen entscheiden.
  • Das Fenster lässt sich verschieben, der störende Zeilenumbruch entfällt.

Beispiel: Restauration einer älteren Version von ".profile"

 dsmc rest -pick -inact ".profile" 

Es erscheint ein Fenster (genauer: ein fensterähnliches Gebilde im gleichen Fenster bzw. auf der gleichen Bildschirmseite, wo das Kommando eingegeben wurde):

 #    Backup Date/Time       File Size A/I  File
     -----------------------------------------------------------------------
  1. | 1995-07-08 01:25:39        7715  A   /home/sedlmayer/logbuch.txt
  2. | 1995-06-02 16:47:16        7731  I   /home/sedlmayer/logbuch.txt
     |
     |
     |
     |
     0---------10--------20--------30--------40--------50--------60--------7
<U>=Up  <D>=Down  <T>=Top  <B>=Bottom  <R#>=Right  <L#>=Left
<G#>=Goto Line #  <#>=Toggle Entry  <+>=Select All  <->=Deselect All
<#:#+>=Select A Range <#:#->=Deselect A Range  <O>=Ok  <C>=Cancel
pick> 

Will man jetzt die Version vom 2.6.95 haben, so gibt man "2" zur Antwort und erhält dann diese Datei markiert:

 #    Backup Date/Time       File Size A/I  File
     -----------------------------------------------------------------------
  1. | 1995-07-08 01:25:39        7715  A   /home/sedlmayer/logbuch.txt
x 2. | 1995-06-02 16:47:16        7731  I   /afs/lrz-muenchen.de/home/t/t1
     |
     |
     |
     |
     0---------10--------20--------30--------40--------50--------60--------7
<U>=Up  <D>=Down  <T>=Top  <B>=Bottom  <R#>=Right  <L#>=Left
<G#>=Goto Line #  <#>=Toggle Entry  <+>=Select All  <->=Deselect All
<#:#+>=Select A Range <#:#->=Deselect A Range  <O>=Ok  <C>=Cancel
pick> 

Mit der Antwort "o" bestätigt man seine Auswahl und es geht weiter. Vorher kann man sich auch mit "r" den rechts abgeschnittenen Teil ansehen.

Glossar

 
Archivierung:
Kopieren einer Datei auf ein längerlebiges und in der Regel billigeres Medium.
Technisch gesehen besteht kaum ein Unterschied zwischen Sicherung und Archivierung: in jedem Fall wird eine Kopie erzeugt und mit dem Namen der Ausgangsdatei versehen. Der Unterschied besteht im Zweck und, daraus resultierend, in der Strategie: der Zweck der Sicherung gebietet möglichst häufige Sicherungsläufe, deren Resultate bald weggeworfen werden können, sobald neuere existieren, wogegen bei der Archivierung gezielt Archivkopien erzeugt werden, die nicht unaufgefordert verschwinden sollen.

 

aktiv:
dem neuesten Stand entsprechend. Die jüngste Konserve einer Datei wird aktiv genannt, wenn beim letzten Sicherungslauf diese Datei noch existiert hat. Von einer existierenden Datei sollte es also eine aktive und evtl. eine oder mehrere ältere inaktive Backup-Versionen geben, von einer bereits gelöschten Datei dagegen nur noch inaktive.

 

Backup:
dasselbe wie Sicherung

 

Client (im Zusammenhang mit TSM):
Software, mit der von einem Rechner aus Dateien zwecks Sicherung, Archivierung oder Migration an den Server gesandt oder umgekehrt von diesem geholt werden. Als Benutzer hat man eigentlich immer nur mit der Client-Software zu tun.

 

Filespace:
Teil eines Verzeichnisbaums innerhalb eines Nodes, der weitgehend getrennt von anderen File Spaces verwaltet wird.

 

inaktiv:
nicht dem neuesten Stand entsprechend, siehe auch unter "aktiv".

 

Konserve:
1. dasselbe wie Sicherung; 2. die bei einer Sicherung entstandene Kopie einer Datei

 

Migration:
Automatische Verlagerung selten gebrauchter Dateien auf größere, meist langsamere und billigere Medien. Migrierte Dateien bleiben im Verzeichnis erhalten und können wie lokal vorhandene Dateien benutzt werden; beim Zugriff werden sie dann automatisch zurückgeholt.

 

Node (im Zusammenhang mit TSM):
Verwaltungseinheit der Daten. Es ist ja denkbar, dass verschiedene Dateien denselben Pfadnamen haben, aber von unterschiedlichen Rechnern stammen und daher als verschieden zu betrachten sind. TSM betrachtet sie dann als verschieden, wenn sie zu verschiedenen "Nodes" gehören. Dabei ist es, und das kann zunächst verwirrend sein, durchaus möglich, dass mehrere Rechner sich in einen Node teilen (z.B. bei verteilten Dateisystemen wie AFS oder NFS) und dass auf einem Rechner der Client für mehrere Nodes arbeitet.

 

Restauration:
Wiederherstellung einer Datei aus der Konserve. Die Restauration kann auch an einen anderen Ort erfolgen als dorthin, von wo aus die Datei gesichert war.

 

Retrieval:
dasselbe wie Zurückholen

 

Server (im Zusammenhang mit TSM):
1. Software, die gesicherte, archivierte und migrierte Dateien verwaltet; 2. eine Inkarnation dieser Software (auf einem Rechner können mehrere TSM-Server laufen, die unabhängig voneinander verschiedene Archive betreiben); 3. Rechner, auf dem ein Server (1.) installiert ist und auf dem daher ein oder mehrere Server (2.) laufen können. Am LRZ laufen fünf Server-Inkarnationen auf drei Server-Rechnern. - Die Option "server" bedeutet wieder etwas anderes.

 

Sicherung:
Anlegen einer Sicherheitskopie einer Datei für den Fall, dass diese durch Hardware- oder Softwarefehler verloren geht oder versehentlich gelöscht oder überschrieben wird. Vgl. dazu Archivierung.

 

Zurückholen:
Kopieren einer Datei vom Archivmedium in ein Arbeitsverzeichnis.