ALIs
kommt nochStufenplan für die Konfiguration der Netztechnik

Inhalt dieser Seite

Einleitung
Der Stufenplan stellt das Ergebnis verschiedener Überlegungen
hinsichtlich der vorzunehmenden Konfiguration im Rahmen des RTB-Bayern
dar, die am 19.1.95 bei einem RTB-Treffen im LRZ besprochen wurden.
Teilnehmer des Treffens waren:
LRZ: Bonk, Läpple (teilweise), Kaiser,
Schuhknecht
TU-München/Informatik: Bartel, Gnatz
RRZE: Clemens, Holleczek (teilweise)
Uni-Erlangen/Informatik: Eckert.
Es handelt sich dabei um einen 5-Phasen-Plan, der eine sichere Einbindung des RTB's in den Produktionsbetrieb gewährleisten soll und dabei die Möglichkeit bietet, gewünschte Ergänzungen gegenüber dem Konfigurationsplan des DFN-NOC einzubinden, um die Anforderungen der Anwender im RTB-Bayern umzusetzen.
Diese Ergänzungen betreffen:
IPX-Routing
Multicast-Support
Direkte WS-WS-Kopplung mit ATM zwischen München und Erlangen
X.25 über IP
Ziel des Stufenplans ist es, RTB-Anwendern auf Basis einer minimalen Konfiguration möglichst frühzeitig die Nutzung der 34-Mbps-Strecke zu ermöglichen und dann sukzessive die Konfiguration aufzubauen und zu testen, um schließlich die Strecke betrieblich zu nutzen, einschließlich der oben aufgezählten Ergänzungen. Diese Vorgehensweise erscheint unumgänglich, um Probleme sukzessive angehen und lösen zu können.
Randbedingungen
Da die Verwendung von dynamischem Routing zwar als wünschenswert jedoch
kritisch erachtet wurde, ist ein wesentlicher Punkt des Phasen-Konzepts
die stufenweise Einführung von dynamischem Routing, um Probleme eindeutig
eingrenzen zu können. Es konnten für jede Phase allseits akzeptierte
Kriterien spezifiert werden, die vor Eintritt in die nächste Phase
erfüllt sein müssen. Der zeitliche Rahmen der einzelnen Phasen wurde grob
geschätzt.
Da z. Zt. noch nicht eindeutig geklärt ist, wann die ATM-Switches für das RTB verfügbar sind, wurde festgelegt, daß die Switches bei Eintreffen transparent in das dann bestehende Szenario eingebunden werden. In jedem Fall müssen die Switches vor Beginn der Phase 4 (Betrieb) eingetroffen und die notwendige/mögliche Konfiguration von PVC's evaluiert sein.
Generell wurde eine Unterscheidung RTB-Verkehr und regulärer Betrieb vorgenommen. Wichtigstes Kriterium hierbei: Sowie regulärer Betrieb über die RTB-Strecke geführt wird, sind Tests oder den Verkehr möglicherweise beeinflussende Konfigurationsänderungen nur noch in einem Wartungsfenster möglich. Der reguläre Betrieb zwischen München und Erlangen soll außerdem über einen vom RTB-Verkehr getrennten PVC geführt werden. Insbesondere dienen einzurichtende Backups vornehmlich dem regulären Betrieb (evtl. zusätzlich einzelnen 'dünnbandigen' RTB-Anwendungen), da die WiN-Anschlüsse ansonsten überlastet wären, da ein 2-stufiger-Backup (Stufe-1: Backup für E3-Strecke und Switches, Stufe-2: Backup für RTB-Router) eingrichtet wird, kann der RTB-Verkehr ggf. über den 'Stufe-1-Backup' geführt werden. Vergl. Abb. 3. Die RTB-Teilnehmer werden informiert, daß Ausfälle möglich sind.
Ein weiterer Grund für das gewählte schrittweise, vorsichtige Vorgehen
sind die unausweichlichen Fehler, die auftreten werden und evtl. durch
kurzfristige Ersatzlösungen oder durch Ändern der Konfiguration umgangen
werden müssen.
Ein Beispiel ist der PVC-Bug der Cisco-Router, der während der
Abnahmetests entdeckt wurde. Aufgrund dieses Bugs kann im Cisco-Router
aus Performancegründen zur Zeit nur ein PVC konfiguriert
werden. Deshalb ist ein Routen des regulären Betriebs über die
RTB-Strecke in jedem Fall erst nach Behebung dieses Bugs möglich.
Die Anbindung der Strecke Erlangen-Nürnberg wurde bei diesem Stufenplan nicht einbezogen, da auf dieser Strecke relativ schnell auch Produktionsbetrieb gefahren werden muß. Die Inbetriebnahme dieser Strecke wird nach einem ähnlichen Stufenplan wie dem hier vorliegenden erfolgen und neben dem Produktionsbetrieb auch die RTB-Anforderungen hinreichend berücksichtigen.

Phase 0
Diese Phase dient nur einer kurzen Validierung der Funktionalität der
Komponenten und der E3-Strecke zwischen München und Erlangen.
- Dauer: im Bereich von Tagen
- Ziel: Validierung der Funktionalität.
- Konfiguration: Suns direkt an den FDDI-Ringen der
RTB-Router. Statische Routen.
- Tests: Durchsatz und Delay, Querlogin
- Nutzung der Strecke: Nur durch die Sun's.
- Ende der Phase: Durchsatz und Delay OK, Querlogin über einen Tag problemlos.

Figure 1: RTB-Konfiguration in der Phase 0
Phase 1
Diese Phase dient dem Sammeln von Erfahrung und der Evaluation der
Möglichkeiten, die die eingesetzte ATM-Technologie bietet. Es soll daher
möglichst viel Verkehr über die Strecke geführt und dedizierte PVC's für
die Anwendergruppen verwendet werden. Wünschenswert wäre das Einbinden
der Switches bereits in dieser Phase. Der PVC-Bug der Router sollte vor
Verlassen dieser Phase behoben sein.
- Dauer: 2-3 Wochen
- Ziel: Möglichst viel Verkehr, sichere Einschätzung
möglicher Probleme auf ATM-Ebene, stabiler Betrieb mit statischen
Routen über ATM.
- Konfiguration: Am FDDI der RTB-Router sind die zu
verwendenden lokalen Router angeschlossen. Hinter den lokalen Routern
hängen die Suns aus Phase 0. Die lokalen Router filtern dabei den
Verkehr durch statische Routen.
Neben den Routen für die Suns werden Host-Routen für RTB-Teilnehmer auf Anfrage in den lokalen Routern eingetragen. über diese Möglichkeit werden die RTB-Teilnehmer informiert.
Evtl. werden die Newsserver der Informatik in München und Erlangen über die RTB-Strecke gekoppelt.
Das Eintragen von statischen Host-Routen wird in gegenseitiger Absprache zwischen München und Erlangen durchgeführt.
- Nutzung der Strecke: Durch einzelne
RTB-Teilnehmer.
- Ende: Betrieb wird als stabil erachtet.

Figure 2: RTB-Konfiguration in der Phase 1;
(Vergrößerung: Bild anklicken)
Phase 2
In dieser Phase soll die Backup-Verbindung zwischen den RTB-Routern und
den X.25-Switches eingerichtet werden. Daneben sollen Möglichkeiten des
IPX-Routing getestet werden. Der Test von direkten WS-WS-Kopplungen über
ATM setzt das Vorhandensein der RTB-ATM-Switches voraus.
- Dauer: 1-2 Monate
- Ziel: Einrichtung des separaten Backups für die
RTB-Strecke. Stabiler Betrieb mit dynamischem Routing auf den
RTB-Routern.
- ergänzende Tests: WS-WS-Kopplung,
IPX-Routing
- Konfiguration: Auf den RTB-Routern (und nur da)
wird dynamisches Routing eingerichtet. Die lokalen Router arbeiten
weiter mit den statischen Host-Routen aus Phase 1. Von den RTB-Routern
wird ein 1-Mbps-Link zu den X.25-Switches, die den WiN-Zugang
realisieren, als Backup-Verbindung (Stufe-1-Backup)
eingerichtet.
- Nutzung der Strecke: Durch
RTB-Teilnehmer.
- Ende: Betrieb wird als stabil erachtet, Backup
funktioniert.

Figure 3: RTB-Konfiguration in der Phase 2;
(Vergrößerung: ins Bild klicken)
Phase 3
Kriterium dieser Phase ist vornehmlich das Einrichten des Backups der
Stufe 2, der in jedem Fall nur dem betrieblichen Verkehr
zwischen München und Erlangen dienen soll, nicht dem RTB-Verkehr. Der
Großteil der Tests (bis auf IP-Multicast) muss in dieser Phase
abgeschlossen werden. Außerdem muss geklärt sein, ob IPX-Routing
eingesetzt wird oder IPX über IP getunnelt wird.
- Spätester Beginn dieser Phase: Anfang Mai
95
- ergänzende Tests: WS-WS-Kopplung,
IPX-Routing
- Ziel: vollständiges dynamisches Routing
(RTB-Router und lokale Router) Mögliche/notwendige IPX-Routing
Konfiguration vollständig evaluiert und getestet.
- Konfiguration: Dynamisches Routing auch auf den
das RTB abgrenzenden lokalen Routern. Es werden nach wie vor jedoch nur
die Host-Routen der RTB-Teilnehmer verbreitet. Als Routing-Protokoll
wird BGP4 getestet. Einrichtung einer weiteren Backup-Route
(Stufe-2-Backup) über das WiN für einen dedizierten PVC.
- Nutzung der Strecke: Durch
RTB-Teilnehmer.
- Ende: IPX-Konfiguration geklärt.
Switches eingebunden und hinreichend getestet.
Backup funktioniert.
Betrieb wird als stabil erachtet.

Figure 4: RTB-Konfiguration in der Phase 3 und
End-Konfiguration; (Vergrößerung: ins Bild klicken)
Phase 4
Diese Phase ist die 'endgültige' Konfiguration des RTB in dem Sinn, dass
&#Auml;nderungen oder Tests nun nur noch in einem Wartungsfenster
durchgeführt werden können. Die Multicast-Einführung wurde in diese Phase
verschoben, da nicht sicher ist, wann diese Funktionalität auf den
Wellfleet-Routern zur Verfügung steht und der Beginn dieser Betriebsphase
davon nicht abhängig gemacht werden sollte. Da jedoch der Eintritt in
diese Phase (wie bereits erläutert) noch von weiteren Kriterien abhängt,
kann nur ein voraussichtlicher Beginn angegeben werden.
- voraus. Beginn: Juni 95
- Konfiguration: Der reguläre Betrieb zwischen
München und Erlangen wird über einen separaten PVC dynamisch über die
RTB-Strecke geroutet. Der RTB-Verkehr läuft über eigene PVC's und wird
insbesondere wegen Überlastgefahr für die WiN-Anschlüsse in München und
Erlangen bei Ausfall der RTB-Strecke nicht oder nur eingeschränkt über
die eingerichteten Backups geführt.
Neben den Host-Routen werden nun auch Netz-Routen verwendet.
Konfigurationsänderungen sind nur noch in einem festen Wartungsfenster möglich. - ergänzende Tests: Multicast-Einführung nach
Verfügbarkeit der entsprechenden SW in den Wellfleet-Routern im Rahmen
der Wartungsfenster.
- Nutzung der Strecke: Durch Gesamtverkehr
München-Erlangen.

© LRZ, Anja Schuhknecht, 2.3.1995